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Die SPÖ verliert pro Jahr rund 10.000 Mitglieder

Jährlich verliert die SPÖ 10.000 Mitglieder.
Jährlich verliert die SPÖ 10.000 Mitglieder. ©APA
205.224 zahlende Mitglieder hat die SPÖ derzeit. Damit hat die Partei binnen zwei Jahren fast 20.000 Mitglieder verloren. Die ÖVP wollte keine Zahlen nennen, die FPÖ hat eigenen Angaben zufolge "um die 50.000" Mitglieder, die Grünen 6.400, die NEOS 2.200 und das Team Stronach 350.
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Als mitgliederstärkste Partei gilt in Österreich die ÖVP. Eine 2006 erschienene Studie bezifferte die ÖVP-Basis mit 780.000 Mitgliedern. Aktuelle Zahlen nannte die Parteizentrale auf Anfrage nicht. Direkt vergleichbar sind die Zahlen von SPÖ und ÖVP aber ohnehin nicht. Denn während die ÖVP alle Mitglieder ihrer Teilorganisationen (“Bünde”) zusammenzählt, werden die Vorfeldorganisationen der SPÖ nicht der Partei zurechnet.

SPÖ steht im Vergleich gut da

Dementsprechend verweist auch die SPÖ darauf, dass allein der Pensionistenverband 330.000 Mitglieder habe. Außerdem sei die Zahl von 205.224 bereits um alle Mitglieder bereinigt, die mit ihren Beiträgen im Verzug seien. Tatsächlich liege die Mitgliederbasis bei rund 240.000.

Damit steht die SPÖ im internationalen Vergleich zwar immer noch gut da. So meldete die SPD im zehnmal größeren Deutschland im Vorjahr 474.820 Mitglieder, die britische Labour Party nur 189.531. Dennoch ist die Mitgliederbasis der SPÖ seit ihrer Hochblüte in den 1970er Jahren um 70 Prozent geschrumpft: 1979 gab es noch 721.262 Sozialdemokraten mit Parteibuch, 1990 waren es 620.141.

Oppositionsparteien haben weniger Mitglieder

Die Opposition liegt deutlich hinter den beiden Großparteien: “Um die 50.000” Mitglieder hat nach eigenen Angaben die FPÖ. Um Mitglieder und Kandidaten geworben wird u.a. via Facebook – etwa aktuell im Vorfeld der niederösterreichischen Gemeinderatswahl. Wobei Landesgeschäftsführer Christian Hafenecker durchaus Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche einräumt. Denn viele würden fürchten, etwa bei Bauverfahren oder im Landesdienst benachteiligt zu werden, wenn sie sich offen deklarieren.

Einen stetigen Mitgliederzuwachs, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, vermelden die Grünen: Laut Generalsekretär Stefan Wallner hatte die Partei im Jänner 6.500 Mitglieder – fast doppelt so viele wie 2004. Starken Zulauf gibt es demnach in Ländern, wo die Grünen mitregieren. In Kärnten und der Steiermark wurden außerdem mit Plakaten und Inseraten neue Mitglieder und Ortsgruppen geworben (“Deine Gemeinde braucht ein Grünes Herz”).

Die NEOS geben ihre Mitgliederzahl mit 2.300 an, das Team Stronach mit lediglich 350, davon ein Dutzend in der Bundespartei. Wobei die NEOS laut Geschäftsführer Feri Thierry keine aktive Mitgliederwerbung betreiben und auch Nichtmitglieder auf die Kandidatenlisten setzen. Von flächendeckenden Kandidaturen bei Gemeinderatswahlen ist die neue Partei aber dennoch noch weit entfernt. In Niederösterreich schafft man 45 von 573 Gemeinden.

Probleme der Parteien

Vor welche Probleme eine allzu schmale Basis die Parteien in der Praxis stellen kann, zeigt das Beispiel der EU-Wahl im Mai. Damals waren FPÖ und Grüne in der Stadt Salzburg nicht in der Lage, ausreichend Beisitzer in den Wahllokalen zu nominieren. Sie überwachen im Auftrag der Partei die Wahl und die Auszählung der Stimmen. Von 510 Beisitzern in den Salzburger Wahllokalen fehlten damit 253 – nur die Bürgermeisterpartei SPÖ schaffte eine (fast) flächendeckende Beschickung. (APA)

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