Die Sch'tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen - Trailer und Kritik zum Film

Vor zehn Jahren kamen ein Film in die Kinos, der sich zum Überraschungserfolg aufschwang: "Willkommen bei den Sch'tis" über die herzlichen Sch'tis und ihren kaum verständlichen Dialekt wurde mit 20 Millionen Besuchern zum erfolgreichsten heimischen Film. Nun legt Regisseur und Autor Dany Boon mit "Die Sch'tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen" die Fortsetzung vor.

Der Film knüpft inhaltlich zwar nicht direkt an den Welthit von 2008 an. Doch das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Vor allem der Sprachwitz, der auch in der cleveren deutschen Synchronfassung gut funktioniert, zündet. Valentin (Dany Boon) ist ein Star. Ganz Paris vergöttert den Innenarchitekten. Die Hautevolee, die vornehme Gesellschaft, schätzt nicht nur seine Entwürfe. Valentin gefällt auch als Nachfahre des iranischen Schahs mit einer Kindheit voller Dramatik und Exotik.

Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen – Die Handlung

Aber Valentin lügt. Denn er schämt sich seiner wahren Herkunft; seine Vergangenheit hat nichts Glamouröses. Tatsächlich stammt der Liebling der Schönen und Reichen aus einer Arbeiterfamilie im Norden Frankreichs: Er ist ein Sch’ti. Einem Sch’ti aber stehen in Paris keine Türen offen, deshalb die falsche Identität. Auf Dauer kann das natürlich nicht gut gehen. Konflikte sind programmiert – und damit jede Menge Komik.

Die Geschichte ist dabei ein bisschen dünn und auch vorhersehbar geraten: Der Pariser Snob Valentin wird von seiner Verwandtschaft aus dem Norden heimgesucht und sieht dadurch seine Stellung in der feinen Gesellschaft der französischen Hauptstadt bedroht. Ein Unfall allerdings wirft ihn aus der Bahn, fesselt ihn zunächst ans Krankenbett und zwingt ihn schließlich dazu, sich der Wahrheit des Lebens und damit sich selbst zu stellen. Das Happy End wird von Anfang an zielsicher angesteuert.

Doch das verringert den Spaß nicht. Der resultiert schließlich aus zum Teil wirklich überraschender Situationskomik, aus vielen grotesken Wortspielen und aus dem rasanten Spiel des von Dany Boon exzellent angeführten Darstellerensembles. Da werden mit kleinsten Pinselstrichen facettenreiche Charakterbilder gemalt. Zudem gelingt es den Akteuren, die soziale Lage der Figuren in oft nur knappen Szenen wirklich glaubhaft zu gestalten. Was dem Ulk einige Momente mit verblüffendem Tiefgang schenkt.

Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen – Die Kritik

Ein entscheidendes Element der Filmerzählung ist, dass Menschen aus zwei extrem verschiedenen sozialen Schichten aufeinandertreffen. Hier der Luxus, da die Armut. Daraus ließe sich mit viel billigem Klamauk eine oberflächliche Gesellschaftskarikatur basteln. Reiche Unmenschen gegen finanzschwache Unschuldsengel. Genau das aber bietet Dany Boon nicht. Er zeichnet keine Schwarz-Weiß-Bilder, sondern setzt auf Nuancen, auch auf Grautöne. Dadurch hat die grellbunte Farce gelegentlich auch einen etwas bitteren Humor, eine leichte Nachdenklichkeit.

Allerdings überwiegt ein knalliger Wortwitz. So ist es wirklich brüllend komisch, wenn Dany Boon als schnieker Valentin nach dem Unfall nur noch Sch’ti reden kann und sich wie ein pubertierender Jüngling aufführt. Neben ihm brilliert insbesondere Laurence Arne (“Nichts zu verschenken”) als Valentins Partnerin Constance. Sie lässt sich sogar herab, Sch’ti zu lernen, um dem Geliebten, der sie nicht mehr kennt, wieder zu erobern. Da dürften dann manchen Zuschauern neben den Tränen des Lachens auch einige der Rührung aus den Augenwinkeln kullern.

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(APA)

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