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"Die liebe Familie" kehrt zurück

In alter Manier schüttelt „Die liebe Familie“ wieder den Schmäh aus dem Ärmel. Die Aufzeichnung des wieder auferstandenen Stegreif-Klassikers verlief auch ohne Drehbuch reibungslos und gagintensiv.

Lachen kann so leicht sein. Dass Ö3-Moderator Gerald Fleischhacker es mit dem Publikum, das heute, Mittwoch, zur Aufzeichnung einer neuen Folge der „Lieben Familie – Next Generation“ in die Interspot Studios in Wien-Liesing gekommen war, trotzdem vorher übte, war zwar eine nette Einstimmung, wirklich notwendig aber wohl nicht. Denn auf Fleischhackers Erklärung, man habe mit dem nächsten Stargast Hannes Kartnig ein kleines Problem, („angeblich kann der nicht“), folgten während der knapp einstündigen Aufzeichnung des wieder auferstandenen Stegreif-Klassikers zahlreiche weitere Gründe, in ganz ungekünsteltes Gelächter auszubrechen.

Herbert Steinböck musste dazu als Sektionschef Lafite gar nicht viel sagen, Körpersprache und pastellrosa Pullover sorgten wortlos für gute Stimmung im prall gefüllten Studio. Ebenso wie die etwas zu gute Stimmung seiner Frau Sigrid (Sigrid Hauser), für die allerdings eher die unabsichtlich verzehrten Haschisch-Kekse ausschlaggebend waren – oder ihre Überzeugung, Anna Netrebko zu sein. Und das ausgerechnet, als die Familie Besuch aus dem Innenministerium erwartet! „Schreibt man Hofrat mit th?“, fragte sich Lafite, vom künftigen Titel träumend, den der gelungene Besuch ihm einbringen könnte. Mit einer singenden Ehefrau, einer ungehobelten Ersatz-Ehefrau (Eva Marold) und einem spontan als debiler Bruder vorgestellten Nachbarn (Reinhard Nowak) hätte der von Lafites heiß ersehnte Stargast Harald Serafin aber wohl nicht gerechnet…

Schon zwischen 1980 und 1993 zeigte der ORF wöchentlich die weitgehend improvisierten Erlebnisse der großbürgerlichen Wiener Familie Lafite. Franz Stoß als pensionierter Sektionschef und Hilde Krahl – selbstverständlich als Frau Sektionschef – empfingen in 14 Jahren zahlreiche prominente Gäste in ihrem Wohnzimmer, das Herbert Steinböck heute beiläufig „mitten im Achten“ ansiedelte. Im selben Format neu aufgezogen feierte der Stegreif-Klassiker nun im „neuen ORF“ eine monatliche Wiederauferstehung unter der Leitung von Oliver Baier. Der ist auch einer der ganz wenigen, die das „Drehbuch“ vor der Aufzeichnung kennen – die ohne Unterbrechung und störende Zwischenfälle ablief. Hätte eigentlich – wie früher – auch live funktioniert.

Und das, obwohl die Darsteller selbst nur mit einigen wenigen Handlungsanweisungen kurz vor der Aufzeichnung versorgt – und dann auf die Bühne geschickt werden. Was man, wie man neidlos gestehen muss, kaum glauben konnte. Denn als Eva Marold ihren 120-Euro-Wein mit dem Trinkspruch „Auf Ex oder Arschloch!“ in Harald Serafins Gesicht hielt, mussten nicht einmal die älteren Semester im Publikum auf das Lach-Kommando warten. Auch wenn es solche Sprüche früher wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

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