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"Die Leute sind innerlich schon längst getrennt": Schlussmacher Peter Treichl im Gespräch

Für 390 Euro kann man sich bei Peter Treichl ein unangenehmes Gespräch ersparen.
Für 390 Euro kann man sich bei Peter Treichl ein unangenehmes Gespräch ersparen. ©Treichl Trennungsagentur
Seit über 20 Jahren betreibt Peter Treichl eine partnervermittlung, seit fast sieben Jahren auch das Gegenteil: Eine Trennungsagentur. Wir haben mit ihm über seine Arbeit, Beziehungen und den Inhalt einer Trennungsbox gesprochen.

Ein warmer Junitag, ein Getränk im Intercontinental Hotel im dritten Wiener Gemeindebezirk. Peter Treichl ist dort bekannt, er hat schon Gespräche mit potenziellen Kunden dort geführt. Treichl führt seit über 20 Jahren eine Partnervermittlung. Seit fast sieben Jahren bietet er jedoch auch das Gegenangebot an: Er führt eine Trennungsagentur. Während er üblicherweise fünf bis sechs Trennungen pro Woche durchgeführt, sind die Anfragen während der Coronakrise durch die Decke geschossen. Fünf bis sechs Trennungen stehen nun pro Tag an.

Als Schlussmacher unterwegs: Viele suchten die versteckte Kamera

Die Idee zur Trennungsagentur kam Treichl durch die Arbeit bei der Partnervermittlung. Viele Suchende lebten nämlich noch in einer Beziehung. Dass sei auch der Hauptgrund für Trennungen: „Man lernt jemand neuen kennen und verlässt dann den Partner“, so Treichl. Treichl bietet dann Hilfestellung bei der Trennung an. „Ich glaube, dass Leben ist zu kurz, um es mit Menschen zu verbringen, wo man nicht glücklich ist“, so sein Mantra.

Zu Beginn seiner Karriere als „Schlussmacher“ wurde er nicht immer gleich ernst genommen. Oft genug wurde nach der versteckten Kamera gesucht. Doch die Trennung beginnt nicht erst vor der Wohnungstüre. Zuerst trifft sich Treichl mit einem Kunden zu einem Gespräch. Wenn sich der oder diejenige einmal alles von der Seele gesprochen hat, wollen sich manche sogar gar nicht mehr trennen.

"Die Leute sind schon längst innerlich getrennt"

Entscheidet sich der Kunde auch nach dem Gespräch noch für eine Trennung, macht sich Treichl mit seinem schwarzen Smart auf den Weg zu dem zukünftigen Single. Mit dabei hat er einen schwarzen Koffer, den ein gebrochenes Herz ziert. Darin befindet sich Champagner, Schokolade, Taschentücher, ein Schlüssel für eine Übergangswohnung und ein Gutschein für Treichls Partnervermittlungsagentur – denn niemand soll lange alleine bleiben. Was sich im ersten Moment sehr schmerzhaft und auch klischeehaft anhört, ist in der Realität oft nicht so schlimm. „Zirka 50 Prozent sind froh, wenn ich komme“. Zwar ist Treichl der Schlussmacher, Schluss macht er aber trotzdem nicht. „Ich überbringe ja nur Botschaften, ich trenne die Leute nicht. Die Leute sind schon längst innerlich getrennt.“ 30 Prozent kommen durch die Botschaft sogar wieder richtig zusammen.

Erstmals seit Corona haben sich erstmals mehr Männer bei Treichl. Mehr Anfragen, mehr Trennungen und höheres Alter der sich Trennenden, selbst ein 81-jähriger Jurist war dabei. Bei diesen Trennungen war oft sehr viel Aggressivität dabei. „Die Kunden haben von mir erwartet, dass ich auf die Sekunde komme“, sagt Treichl. Wer ein Trennungsgespräch nicht selbst führen möchte, muss also auf einen Termin bei Treichl warten. Für 390 Euro werden die Unannehmlichkeiten übernommen.

Neu auf VIENNA.at: Podcast "Heast Oida"

Was die skurillsten Erlebnisse in seinem Arbeitsalltag waren, wann der beste Zeitpunkt zum Schlussmachen ist und ob Treichl selbst nach so vielen Trennungen noch ein Romantiker ist, könnt ihr in unserem neuen Podcast „Heast Oida“ rausfinden. Der Podcast erscheint jeden zweiten Donnerstag und dreht sich um Geschichten über Wien.

(Red)

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