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"Die Kunst hat mich versöhnt"

Der Ottakringer Musikwissenschaftler Walter Arlen, der 1938 von den Nazis aus Wien vertrieben wurde, bekam jetzt das Goldene Ehrenzeichen der Republik verliehen.

Für Walter Arlen war die Musik immer eine Brücke zwischen seiner neuen Heimat Los Angeles und seiner alten Heimat Wien. Er wurde 1920 in Wien als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Seine Großeltern hatten 1890 in der Brunnengasse/Grundsteingasse das Warenhaus „Dichter“ eröffnet, das sich in den Dreißigerjahren zum größten Kaufhaus außerhalb des Gürtels entwickelte. Ende der Dreißigerjahre nahm das Leben des späteren Musikkritikers, Pädagogen und Komponisten eine dramatische Wendung. Nach der Machtergreifung der Nazis im März 1938 drangen SA-Männer in die Wohnung der Familie ein, misshandelten Walter, raubten Schmuck und Geld und verschleppten den Vater ins KZ. Das Kaufhaus „Dichter“ wurde bald darauf um ein Drittel seines Wertes verkauft.

„Die Kunst hat mich mit Österreich versöhnt“ – mit diesem Satz Walter Arlens leitete Bildungsministerin Claudia Schmied ihre Ansprache bei der Überreichung des Ehrenzeichens ein. Für Österreich sei es eine Ehre, dass Walter Arlen das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik annehme, so die SP-Ministerin. Mit der Verleihung sah Walter Arlen „einen Kreis der Versöhnung“ geschlossen. Das „Bitte komm zurück!“ Österreichs sei ihm eine große Freude gewesen, sagte Walter Arlen, der sich vollständig mit seiner Heimat versöhnt zeigte.

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