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Die Känguru-Chroniken - Kritik und Trailer zum Film

"Die Känguru-Chroniken" genießen Kultstatus - in Buchform ebenso wie in der Hörspielfassung. Vier Bände hat Marc-Uwe Kling über sein Leben mit einem kommunistischen und äußerst vorlauten Känguru geschrieben. Nun kommen die vergnüglichen Geschichten ins Kino.

Ein Kleinkünstler mit Migränehintergrund und ein kommunistisches Beuteltier mit Vorliebe für Schnapspralinen: Mit diesen Protagonisten haben "Die Känguru-Chroniken" zwar das Zeug zum Schenkelklopfer. Was in der Buchvorlage von Marc-Uwe Kling funktioniert, muss es aber nicht automatisch auf der großen Leinwand tun. Doch auch dank Regisseur Dani Levy lässt sich sagen: Es klappt! Ab Freitag im Kino.

Die Känguru-Chroniken: Kurzinhalt zum Film

Zunächst aber zurück an den Anfang: Der deutsche Kabarettist Kling landete vor mehr als zehn Jahren mit einem Podcast über seine Abenteuer mit einem sprechenden, äußerst schlagfertigen Känguru einen vollen Erfolg. Daraus resultierten mehrere Bestseller wie Hörbücher und unterhaltsame Bühnenabende. Kein Wunder also, dass sich die Geschichten des ungleichen Duos nun in filmischer Übersetzung wiederfinden, für die Kling nicht nur das Drehbuch verfasst hat, sondern auch als Erzähler und Stimme des Kängurus fungiert.

Als an Marc-Uwes (Dimitrij Schaad) Wohnungstür eines Tages ein mannshohes Känguru klopft, hat der gutmütige Slacker wohl noch keine Vorstellung davon, wie das Tier sein Leben auf den Kopf stellen wird. Bereits wenig später hat es sich die eigenwillige Mensch-Tier-WG gemütlich gemacht, lebt ohne wirklichen Plan in den Tag und schlurft durch das charmante Viertel in Kreuzberg. Bis, ja bis der durchgeknallte Unternehmer Jörg Dwigs (Henry Hübchen glänzt mit schräger Stehfrisur) und seine Unsere Heimat AG genau hier ein riesiges Bauvorhaben umsetzen wollen. Zu allem Überdruss ist der Unsympathieträger auch noch Spitzenkandidat der rechtspopulistischen Alternative zur Demokratie (AzD).

Es kommt, wie es kommen muss: Eine Auseinandersetzung mit Nazis, den ersten von drei zerstörten Porsches und eine gestohlene Hasenpfote später stecken Marc-Uwe und sein tierischer Kumpel mitten in einer Rettungsmission, bei der nicht nur das gesamte Viertel auf dem Spiel steht, sondern auch die hübsche Nachbarin Maria (Rosalie Thomass) eine wesentliche Rolle spielt. Letztlich mutiert der Aufstand der liebenswürdigen Underdogs in einen "Anti-Terror-Anschlag", den sich das Känguru ausgedacht hat - schließlich ist es ein Beuteltier mit klaren Prinzipien.

Die Känguru-Chroniken: Die Kritik

Kling, Regisseur Levy ("Alles auf Zucker!") und dem gesamte Team gelingt mit "Die Känguru-Chroniken" eine Filmadaption, die der Vorlage nicht nur gerecht wird, sondern an den richtigen Schrauben dreht, um noch eine Spur weiterzugehen. Vor allem aber nimmt sich der Film aktueller gesellschaftspolitischer Themen, vom Rechtsruck bis zur Gentrifizierung, auf eine ziemlich unprätentiöse Weise an, weshalb man so manches Klischee gerne übersieht. Andererseits: Wenn beispielsweise Paulus Manker als selbstverliebter Therapeut seinen Patienten rät "Haben Sie's schon mal mit Alkohol versucht?", hat das auch seinen Reiz.

Eine ganz einfache Angelegenheit dürfte das Unterfangen trotzdem nicht gewesen sein, galt es doch nicht nur, das kleinteilige, episodenhafte Ausgangsmaterial in eine (einigermaßen) kohärente Geschichte zu gießen. Vor allem aber musste man ein überzeugendes Känguru animieren. Mitverantwortlich dafür war das Studio Trixter, das bereits bei Blockbustern aus dem Hause Marvel seine Finger im Spiel hatte. Aufbauend auf der Leistung von Schauspieler Volker Zack in einem Motion Capture Suit wurde so ein Fellknäuel kreiert, das glaubhaft durch Kreuzberg hüpft und gerne mal zum Uppercut ausholt.

Wer schon bisher ein Fan des Kängurus war, wird mit Dani Levys Film sicherlich seine Freude haben. Klar, in der Wiederholung werden die Schmähs nicht frischer, aber wenn nervige Tölen dann nicht nur akustisch durch die Luft segeln und ihre Neonazi-Besitzer - Verzeihung, selbstbezeichnete Patrioten eine verpasst bekommen, sorgt das für ziemlich gute Laune. "Die Känguru-Chroniken" sind anarchisch, detailverliebt, temporeich und durchwegs sympathisch. Da freut man sich doch auf einen baldigen Nachschlag.

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(APA/Red)

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