Die Girlitze kehren Österreich den Rücken zu

Der Girlitz ist einer der häufigsten Brutvögeln des Landes.
Der Girlitz ist einer der häufigsten Brutvögeln des Landes. ©pixabay.com
Die Zahl der Girlitze, der kleinsten europäischen Finkenart, nimmt in Österreich drastisch ab. In 20 Jahren ist ihr Bestand um rund 20 Prozent gesunken.

Die ersten Girlitze kehren aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum in ihre Brutreviere zurück. Doch es werden immer weniger. Binnen 20 Jahren ist der Bestand auf ein Fünftel gesunken - minus 80 Prozent von 1998 bis 2016, berichtete BirdLife Österreich. Dem kleinsten unter den heimischen Finken, heuer als Sorgenkind zum Vogel des Jahres gekürt, nehmen die Bodenversiegelung an den Stadträndern und eine naturferne Gestaltung von Gärten und Grünanlagen die Nahrungsgrundlage.

Deutlicher Rückgang in den letzten 20 Jahren

Der Girlitz (Serinus serinus) ist ein samenfressender Gartenvogel. Sein Gesang besteht aus einer Reihe von klirrenden Tönen, die er in rascher Folge von Baumwipfeln oder Dachgiebeln vorträgt. "Rund 50.000 Paare werden dieses Jahr bei uns brüten", berichtete Gabor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. "Damit zählt der Girlitz momentan zwar noch zu den häufigen Brutvögeln, aber gleichzeitig zu denen, deren Anzahl am dramatischsten zurückgegangen ist: In den letzten 20 Jahren sind acht von zehn Vögeln in Österreich verschwunden." Auch europaweit seien deutliche Rückgänge zu bemerken, in Deutschland habe sich der Bestand halbiert

"Zum Verhängnis wird dem kleinen Finken seine Abhängigkeit von Wildkräutersamen", sagte Wichmann. Samen von Hirtentäschel, Löwenzahn, Gänsedistel, Vogelmiere, Wegrauke oder Wildkamille sowie Samen von Ulme und Birke werden durch Bodenversiegelung und Einheitsgrün zur Mangelware. Gartenbesitzer hätten es in der Hand, dem kleinen, wilden Bruder des Kanarienvogels zu helfen. "Lassen Sie Wildkräuter in Pflasterritzen und Blumenbeeten zu. Verwenden Sie Gittersteine mit Ritzenvegetation als Pflasterung anstelle von völlig versiegelten Flächen. Legen Sie Wildblumenbeete an und lassen Sie in wilden Ecken Wildkräuter wachsen."

(APA/red)

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