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Die Frau des Nobelpreisträgers - Kritik und Trailer zum Film

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm den Rücken frei hält. Aus dieser Redewendung hat der schwedische Regisseur Björn Runge einen Film gemacht: In "Die Frau des Nobelpreisträgers" erzählt er die Geschichte des Schriftstellers Joe Castleman (Jonathan Pryce) und seiner Ehefrau (Glenn Close, die dafür als heiße Oscar-Kandidatin gilt).

Der Film setzt ein am Morgen eines großen Schicksalstages. Anruf aus Stockholm. Joe Castleman bekommt den – aus seiner Sicht hochverdienten – Literaturnobelpreis. Zusammen mit Joan und dem gemeinsamen Sohn David (Max Irons, Sohn von Jeremy), der ebenfalls Schriftsteller-Ambitionen hat, reist er zur Preisübergabe nach Schweden – und die Fassade des glücklichen Paares bekommt nach 40 Jahren Risse, auch weil es ein großes Familiengeheimnis verbirgt. Ab Freitag im Kino.

Die Frau des Nobelpreisträgers: Kurzinhalt zum Film

Joe gilt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Gegenwartsliteraten und sonnt sich gerne – stets mit kokettierender Bescheidenheit – im Glanz der eigenen Bedeutung. Joan steht – stets mit dem Hauch eines Lächelns im Mundwinkel – gleichzeitig an seiner Seite und ein Stück hinter ihm.

In Rückblenden wird erzählt, wie alles begann. Sie: die talentierte Studentin. Er: ihr verheirateter Professor. Netter, filmischer Clou: Die junge Joan wird gespielt von Closes Tochter Annie Starke. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf und das Bild des Vorzeige-Ehepaars bekommt nach 40 Jahren Risse. Dazu tragen auch die hartnäckigen Recherchen des Journalisten und Möchtegern-Biografen Nathaniel Bone (länger nicht gesehen: Christian Slater) bei, der einem Familiengeheimnis auf der Spur ist.

Dreh- und Angelpunkt des Films, der auf einem Roman von Meg Wolitzer beruht, ist ohne Frage Glenn Close, die sich auskennt mit den großen Dramen, die Beziehungen sein können.

Die Frau des Nobelpreisträgers: Die Kritik

Ihre oscarverdächtige Darstellung der Joan ist nun – passend zum Ton des gesamten Films – ungleich leiser, aber mindestens ebenso packend. Mit feiner Ironie, pieksend wie Nadelstiche, rechnen Joan und der Film ab mit dem Klischee des erfolgreichen Mannes. Kleine Nuancen im Gesicht von Glenn Close, kleine Zuckungen im Mundwinkel, die zeigen, dass es hinter der ruhigen, fast stoischen Fassade zu brodeln beginnt; dass da eine Frau ist, die viel mehr ist als nur das charmante Anhängsel ihres Mannes und dass diese Frau ihren aufmerksamkeitsheischenden Mann und dessen Affären nur noch schwer ertragen kann.

Nach und nach enthüllt der Film Fassade um Fassade die das Ehepaar sich aufgebaut hat – bis nur noch der eigentliche Kern übrig bleibt und beide Protagonisten in einem völlig anderen Licht erscheinen. So gelingt eine zwar vordergründig leise, aber doch überaus grundlegende Abrechnung mit dem Patriarchat.

Die überragende Close und Jonathan Pryce in der Rolle des gefeierten Schriftstellers harmonieren großartig als ambivalentes Ehepaar zwischen zunehmender Entfremdung und ganz tiefer Verbundenheit und großer Liebe.

Die rührendste Szene des Films: Mitten im großen, final anmutenden Ehestreit ruft die gemeinsame Tochter an. Das Enkelkind ist da, gerade geboren. Joan und Joe sind zu Tränen gerührt, sinken sich glücklich in die Arme und sind sicher: “Besser wird es nicht.”

>> Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

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