Diakone orten in Deix-Karikaturen Verstoß gegen Verbotsgesetz

Zwei Karikaturen von Manfred Deix haben mehrere Diakone der Erzdiözese Wien veranlasst, der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung zu übermitteln.
Diakone: "Wollen nicht wehleidig sein"
Die umstrittene Deix-Karikatur

Wie es heute, Freitag, in einer Aussendung der Erzdiözese heißt, verweisen Andreas Frank, Max Angermann und Gerhard Sarman darauf, “dass in den Deix-Karikaturen zum Thema ‘Gott’ (12. November) bzw. ‘Kruzifix’ (19. November) u.a. auch gegen das NS-Verbotsgesetz verstoßen wird; außerdem würden religiöse Lehren herabgewürdigt (Paragraf 188 Strafgesetzbuch).” Erschienen sind die Zeichnungen in “News”. Der Karikaturist war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Auf der Karikatur vom 19. November (Bildzeile: “Entwurf für ein multikulturelles Kompromisskreuz”) wurden Aussendung Symbole von Christentum, Islam und Buddhismus mit den Symbolen zweier Totalitarismen – Nationalsozialismus (Hakenkreuz) und Kommunismus (Hammer und Sichel) – zusammenmontiert. Die Diakone betonen dazu: “Dadurch, dass das Symbol des Nationalsozialismus kritiklos auf eine Stufe mit den Symbolen von Weltreligionen gestellt wird, erscheint auch die verbrecherische NS-Ideologie gesellschaftlich quasi rehabilitiert, neu anerkannt bzw. verharmlost”.

Es handle sich bei der Sachverhaltsdarstellung nicht um eine Aktion der Erzdiözese, sondern um “eine Initiative der Diakone, die in ihren Kontakten mit Gläubigen öfters darauf angesprochen wurden”, stellte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gegenüber der APA klar. Normalerweise würde zu einer Veröffentlichung dieser Art nicht Stellung genommen, “doch hier ist eine Schwelle überschritten worden”.

In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass “viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer” ihr Leben hingegeben hätten, “weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann”. Die Deix-Karikatur “Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix” vom 19. November stelle daher auch eine “unglaubliche Verhöhnung” zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.

Durch die Deix-Karikaturen hätten sich viele gläubige Menschen in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt. Was Deix gezeichnet habe, sei eine “visuelle Rücksichtslosigkeit”, die auch mit der Freiheit der Kunst nicht begründet werden kann, sondern eine “Grenzüberschreitung” gegen die großen Religionen insgesamt darstellt.

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