Diabetes: Kampf der Volkskrankheit

Tausende Österreicher wissen gar nicht, dass sie krank sind. 

Tausende wissen nicht, dass sie krank sind
In Österreich leben derzeit 400.000 Diabetiker. Die Dunkelziffer liegt allerdings weitaus höher: „Es könnte 40.000 Menschen in Österreich geben, die gar nicht wissen, dass sie krank sind“, so Univ.-Prof. Dr. Rudolf Prager, Veranstalter des alljährlichen Diabetestages im Wiener Rathaus. Im Frühstadion ist die Krankheit auch kaum zu erkennen. Deshalb empfiehlt Dr. Prager, regelmäßig Routineuntersuchungen durchzuführen.
Denn fortgeschrittene Diabetes hat schlimme Nebenwirkungen: „Diabetes ist die häufigste Ursache aufgrund der Menschen in Spitäler eingeliefert werden. Diabetes ist die Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen, die häufigste Ursache für Erblindung, Nierenversagen und Beinamputationen in Österreich.“ Man sollte diese Krankheit also keinesfalls unterschätzen.

Keine reine Wohlstandskrankheit mehr
Diabetes ist längst zur Volkskrankheit geworden, die sich nach und nach auch in Entwicklungs- und Schwellenländern immer weiter ausbreitet. Vor nicht allzu langer Zeit sprach man von einer Wohlstandskrankheit, da sie eng mit der Ernährung zusammenhängt, die speziell in Industrieländern oft ungesund ist.
Man schätzt aber nun, dass allein in China und Indien 40 bis 50 Millionen Diabetiker leben. Die Gründe hierfür sind ebenfalls mangelhafte Ernährung: „Gesunde Ernährung, wie es die Mediterrane beispielsweise ist, also viel Gemüse und Fisch, ist teuer, gerade auch in diesen Ländern“, so Dr. Prager.

Die Weltgesundheitsorganisation hat aus diesen Gründen Diabetes kürzlich als die gefährlichste nicht-infektiöse Krankheit überhaupt eingestuft.

Horror-Meldung aus den USA: 8-jährige Diabetiker
Weitere Schreckensmeldungen kommen aus den USA. Dort treten Fälle von Zuckerkrankheit bereits bei acht Jahre alten übergewichtigen Kindern auf. „Man nimmt deshalb an, dass die Lebenserwartung der US-Bürger bei dieser Generation zum ersten Mal überhaupt zurückgehen wird”, so Dr. Prager.
Auch in Österreich ist der Trend zu immer jüngeren Zuckerkranken bereits in abgeschwächter Form erkennbar. „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass zu Beginn meiner Karriere das Durchschnittsalter von Zuckerkranken bei 60 Jahren lag. Heute liegt es schon bei 50“, so der Spezialist für Stoffwechselerkrankungen.

  • VIENNA.AT
  • Stadtreporter
  • Diabetes: Kampf der Volkskrankheit
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen