Deutscher Bentler neuer KFOR-Kommandant

Die NATO-geführte Kosovo Schutztruppe KFOR hat seit dem heutigen Dienstag einen neuen Kommandanten. Der Deutsche Markus Bentler folgt dem Italiener Emilio Gay nach.

Bei einer Zeremonie im KFOR-Hauptquartier in Prishtina (Pristina) übergab der italienische Generalleutnant Giuseppe Emilio Gay die Stabführung an den deutschen Generalleutnant Markus Bentler. Seit Kriegsende 1999 ist es die Aufgabe der Truppe, auf Basis der UNO-Resolution 1244 im Kosovo für Sicherheit und Bewegungsfreiheit unabhängig der ethnischen Zugehörigkeit zu sorgen.

Derzeit besteht die KFOR aus 14.000 Soldaten, darunter etwa 600 Österreicher. Österreich ist somit das Land, das unter den teilnehmenden Nicht-NATO-Ländern das größte Kontingent stellt. Deutschland stellt mit rund 2.350 insgesamt den größten Truppenanteil, gefolgt von Italien, Frankreich und den USA.

Die NATO-Verteidigungsminister haben Anfang Juni beschlossen, zum Jahreswechsel zunächst 4.000 der 14.000 KFOR-Soldaten abzuziehen. Der neue NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der jüngst sein Amt antrat, will die KFOR weiter reduzieren: “Bis zum Ende meiner (vierjährigen; Anm.) Amtszeit will ich die KFOR auf eine reine Abschreckungspräsenz reduziert oder ganz aus dem Kosovo abgezogen sehen”, hat er erklärt. “Die Reduzierung der KFOR-Präsenz wird durch die Fortschritte an Ort und Stelle möglich.”

Bentler erklärte gegenüber der Bundeswehr-Zeitung “aktuell”: “Das Bündnis hat jetzt eine Phase eingeleitet, in der wir beim geordneten Reduzieren der Kräfte und dem Beibehalten der Sicherheit zunehmend die Geschicke in die Hände der Institutionen im Kosovo verlagern können. Langsam zurückzugehen und die Kräfte im Kosovo zu stärken ist das Gebot der Stunde. Das ist auch eine hohe psychologische Aufgabe. Man muss vermitteln, dass die kosovarischen Kräfte selbst für die eigene Sicherheit einstehen müssen und die internationalen Kräfte nur noch im Rahmen von besonderen Herausforderungen bereitstehen.”

Die schwersten Stunden erlebte die KFOR wohl im März 2004, als bei drei Tage andauernden ethnisch motivierten Ausschreitungen von Kosovo-Albanern gegen Serben und andere Minderheiten-Angehörige 19 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden. Zahlreiche Häuser und kulturell bedeutsame Einrichtungen der serbisch-orthodoxen Kirche werden zerstört oder beschädigt. Die KFOR wurde dafür kritisiert nicht richtig reagiert und die Gewalt unterbunden zu haben.

Der Kosovo – ehemals serbische Provinz – erklärte im Februar 2008 gegen den Willen Belgrads seine Unabhängigkeit von Serbien. Diese wurde bisher von 62 Staaten anerkannt. 90 Prozent der 2,1 Millionen Einwohner des Kosovo sind ethnische Albaner. UNO und EU leisten dem Kosovo mit Tausenden Beamten Hilfe auf dem Weg, ein selbstständiger Staat zu werden.

“(…) wir haben immer noch das ungelöste Problem mit Serbien, das die Entwicklung noch nicht akzeptiert. Und es gibt noch Spannungen zwischen den ethnischen Bevölkerungsgruppen. Die in der jüngsten Vergangenheit geschlagenen Wunden sind noch nicht weg, Vorurteile sind noch immer vorhanden”, sagte der neue KFOR-Kommandant Bentler “aktuell”.

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