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Desaster für WESTbahn

Anfangsprobleme scheinen WESTbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger eher zu motivieren.
Anfangsprobleme scheinen WESTbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger eher zu motivieren. ©DAPD
ÖBB-Aktionen setzen dem Privatunternehmen wirtschaftlich zu. Verfahren läuft.

Hans Peter Haselsteiner redet nicht gerne um den heißen Brei herum, er bevorzugt vielmehr klare Worte. Wirtschaftlich sei das WESTbahn-Projekt ein „Desaster“, ließ er auf einer Veranstaltung der „Salzburger Nachrichten“ in Wien denn auch unmissverständlich wissen. Haselsteiner, Chef des Baukonzerns STRABAG, hat in die Privatbahn, die zurzeit ausschließlich die Strecke Wien-Salzburg, bedient, investiert. Als Problem bezeichnet er, dass der direkte Konkurrent, die ÖBB, Billigtickets anbiete; zumal der Staatsbetrieb gleichzeitig mit Steuergeldern subventioniert werde, sei das fragwürdig.

Wirtschaftszahlen geheim

WESTbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger bestätigt die Darstellung von Haselsteiner im Gespräch mit den VN: „Die ÖBB kosten uns, vor allem aber auch sich selbst, mit der Sparschiene, die sie fahren, Umsätze.“ Zahlen will der Vorarlberger nicht ­nennen; weder zu den Einbußen noch zum Geschäftsverlauf und dem Passagieraufkommen: „Zu Wirtschaftszahlen äußern wir uns nicht, weil an diesen auch die ÖBB interessiert wären.“ Der WESTbahn gehe es insgesamt „sehr gut“, betont Wehinger: „Was die Auslastung betrifft, liegen wir sogar über Plan.“ Aufgrund der ÖBB-Aktionen ist allerdings auch die WESTbahn gezwungen, günstigere Tickets anzubieten; das drückt den Erlös. So verlangen die ÖBB über die „Sparschiene“ gerade einmal neun Euro für eine Fahrt von Salzburg nach St. Pölten. Bei der WESTbahn zahlt man bis 1. April zumindest an Wochenenden neun Euro – für jede beliebige Strecke. „Es ist ein Wahnsinn, dass die ÖBB solche Aktionen fahren, nur um einem Wettbewerber das Leben schwerzumachen“, klagt Wehinger – und gibt sich kämpferisch: Zumal er davon ausgeht, dass dies aufgrund der Subventionen, die die Bundesbahnen erhalten, rechtswidrig ist, hat er die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingeschaltet und erwartet eine einstweilige Verfügung zur Unterbindung des Preisdumpings: „Wir gehen davon aus, dass der Quasi-Monopolist so etwas nicht tun darf.“

Wettbewerbsbehörde prüft

„Wir prüfen das jetzt“, bestätigt BWB-Sprecher Stefan Keznickl. Ob ein formelles Verfahren eingeleitet wird und wann ein solches abgeschlossen sein wird, sei allerdings offen. Wehinger: „Das kann drei Monate oder drei Jahre dauern.“ Doch die WESTbahn scheint einen langen Atem zu haben: Haselsteiner macht deutlich, dass er sich durch die Pro­bleme nicht kleinkriegen lässt; im Gegenteil, so etwas mache ihn umso kämpferischer. „Ob der wirtschaftliche Erfolg ein paar Monate früher oder später eintreten wird, ist uns egal“, gibt sich auch Wehinger gelassen: „Wir gehen weiter unseren Weg, wir haben das bessere Produkt, die Kunden sind extrem zufrieden.“ Mögliche Ausbaupläne wie eine direkte Busverbindung von Bregenz nach Wien müssen allerdings warten: „Wir haben genug mit der Gegenwart zu tun und befassen uns erst später mit der Zukunft“, erklärt Wehinger.

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