Derby im Bundesliga-Finale

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Die Swans Gmunden und WBC Kraftwerk Wels kämpfen ab Donnerstag in einer Neuauflage des Duells von 2006 um den Basketball-Meistertitel.

Am Traunsee beginnt am Donnerstag (19.30 Uhr) das finale oberösterreichische Wiedersehen zwischen den Swans Gmunden und dem WBC Wels um die Meistertrophäe in der Admiral Basketball Bundesliga (ABL). Dieses “best of five”-Endspiel-Duell hatte es schon 2006 gegeben. 2007 und 2008 trafen die Lokalrivalen dann im Semi- bzw. “kleinen” Viertelfinale aufeinander. Gmunden gewann jeweils 3:1 – und ist auch diesmal Favorit.

Die Paarung will es, dass die Meisterschaftsanwärter 2009 keinesfalls zu “Asphalt-Cowboys” werden. Zwischen den Spielhallen liegen nämlich lediglich rund 50 Kilometer. Selbst wenn die Serie also über “die volle Länge” gehen sollte, werden die Gmundner maximal 200, die Welser höchstens 300 Kilometer im Autobus zurückzulegen haben.

Somit verspricht auch die “Good bye”-Tour von Bob Gonnen eine – distanzmäßig – kurze zu werden. Der inzwischen 68-jährige Coach nimmt bekanntlich nach sieben Jahren am Traunsee Abschied. “Unsterblich” ist er in der Stadt im Salzkammergut mit bisher je drei Meisterschafts- und Cupsiegen – dazu fünfmal in Serie dem Supercup – bereits jetzt. Sollte im Juni 2009 der vierte Bundesliga-Titel für die Swans zu Buche stehen, wird man am Ufer des Traunsees wohl endgültig einen Platz für ein “Bob Gonnen-Denkmal” suchen müssen. Die Swans hätten dann nämlich unter ihrem “Vater des Erfolges” in jedem seiner sieben Jahre eine “große” Trophäe (Meisterschaft oder Cup) geholt.

Was die Betreuer angeht, wird die Serie um den Titel wie schon 2006 zum “Duell der Generationen”. Gonnen steht mit Raoul Korner (35) auf Welser Seite der zweitjüngste ABL-Coach gegenüber.

In Grenzen hält sich das finale Wiedersehen auf Spielerseite. Sind bei Gmunden mit De’Teri Mayes (97 Punkte in den vier Finalspielen 2006), Peter Hütter (MVP der Finalserie 2006), Matthias Mayer, Florian Schöninger und Thomas Stelzer sowie Johannes Kienesberger und Kristijan Splajt noch sieben Aktive wie schon vor drei Jahren im Kader, ist es bei Wels lediglich Igor Mamic (in der Endspielserie 2006 mit einem Kurzeinsatz). Auch diese Kontinuität könnte für die Swans sprechen. Der WBC wiederum hat im Play-off 2009 nicht nur einmal gezeigt, selbst schier aussichtslose Situationen (Stichwort Viertelfinale gegen Oberwart) wegstecken zu können.

Korner vor dem Finale: “Wir haben noch Hunger auf mehr.” Mit dem Titelgewinn würde der WBC heimische BasketbaIl-Geschichte schreiben. Noch nie hat nämlich ein Welser Herrenteam die österreichische Meisterschaft geholt. Matthew Nelson geht mit einem “Andenken” an die vierte Semifinalpartie gegen Fürstenfeld in die Endspielserie. Er wird seine gebrochene Nase mit einer Gesichtsmaske schützen.

Bei Gmunden, zuletzt am 17. Mai im Einsatz, sind laut Manager Harald Stelzer bis auf “kleine Wehwehchen” alle Akteure fit. Die längere Pause seit dem letzten Semifinalspiel in Traiskirchen habe jedenfalls gutgetan. Stelzer erwartet am Donnerstag ein volles Haus mit 2.500 Zuschauern und setzt voll auf den Heimvorteil seines Teams, der “nicht unwichtig” sein könnte.

ABL-Finalserie 2009 (alle Spiele live bei Premiere Austria):
Gmunden – Wels (Donnerstag, 28. Mai, 19.30 Uhr)
Gmunden – Wels (Pfingstmontag, 1. Juni, 19.30 Uhr)
Wels – Gmunden (Donnerstag, 4. Juni, 19.30 Uhr)
Wels – Gmunden (Sonntag, 7. Juni 18.00 Uhr) *)
Gmunden – Wels (Donnerstag/Fronleichnam, 11. Juni 18.00 Uhr) *)
*) = falls erforderlich

Strafverfahren gegen Fürstenfeld-Präsident Fischl
Das Präsidium Bundesliga hat am Montag in einer Sondersitzung gegen Fürstenfeld-Präsident Harald Fischl zwei Strafverfahren wegen unsportlichem Verhaltens und Ligaschädigung bzw. wegen Beleidigung des ABL-Präsidiums und seines Präsidenten Norbert Steger eingeleitet. Zudem wurde das Ergebnis des Semifinalspiels zwischen Wels und Fürstenfeld (125:110 am 20. Mai) und damit auch die Finalpaarung (Gmunden – Wels) bestätigt.

Der “Protest”, den Fürstenfeld-Präsident Fischl vor der Partie eingebracht haben wollte, sei nicht gültig, weil er “nach dem Spiel nicht wie in den Bestimmungen vorgesehen, fristgerecht vom Kapitän unterschrieben worden ist”, erklärte die Liga in einer Aussendung. Man sei zudem nach Auswertung der TV-Bilder des schließlich entscheidenden vierten Spiels der “best-of-five”-Serie zur Ansicht gekommen, dass das Schiedsrichter-Trio das Duell “korrekt abgewickelt” habe.

Fischl hatte sich in den vergangenen Tagen eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Liga geliefert und dabei Steger unter anderem der “Lüge” bezichtigt. Die ABL forderte: “Präsident Fischl und alle Funktionäre werden aufgerufen, zur sachlichen Diskussion zurückzufinden.”

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