Der Wiener Nordwestbahnhof mutiert zum Stadtteil

Der Wiener Nordwestbahnhof
Der Wiener Nordwestbahnhof ©RK
Bis 2025 soll die Neuentwicklung abgeschlossen sein: im zwanzigsten Bezirk wächst derzeit der ungeliebte, als trennend und störend gesehene Nordwestbahnhof zu einer Art neuem Stadtteil Wiens heran. Hier soll man künftig wohnen und arbeiten mit Parkblick, heißt es.

Bis 2025 wird in der Wiener Brigittenau ein neuer Stadtteil heranwachsen: Am Montag wurde das fertige Leitbild für die Entwicklung des jetzigen Nordwestbahnhofs präsentiert. Auf 44 Hektar sollen Wohnungen für knapp 12.000 Menschen und 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Dominiert wird das Areal von einem großen Park, zumal 10 Hektar des Gesamtgebiets öffentlicher Grünraum werden sollen.

Jede Straße, die momentan auf das Gelände zuläuft, das als Barriere die Brigittenau durchschneidet, wird in den neuen Stadtteil verlängert. Einen Durchzugsverkehr durch den zentralen, als “Grüne Mitte” bezeichneten Park wird es allerdings nicht geben. Lediglich eine Tram soll in Verlängerung der Wallensteinstraße das Areal kreuzen. Zusätzlich setzt man auf neue Mobilitätsmodelle wie Carsharing oder Citybikes. Architektonisch wird das Areal von verschiedenen Baublöcken dominiert, deren Traufhöhen – mit wenigen Ausnahmen – an den Bestand angepasst sind. Garagen sollen nicht pro Haus, sondern pro Block errichtet werden.

Das Leitbild des Schweizer Architektenteams enf bildet den Grundstein für die weiteren Planungen im Gebiet. Man habe sich an der Maxime orientiert “so viele Festlegungen wie nötig, so wenige wie möglich”, unterstrich Architekt Bertram Ernst. So können unterschiedliche Investoren verschiedene Architektur in unterschiedlichen Nutzungsmischungen umsetzen. Der Verlauf der Bau- und Straßenfluchtlinien ist dabei gesichert, für die Höhenentwicklung und die Bebauung wird ein Spielraum definiert. Gebaut werden soll in einzelnen Etappen.

“Die Realisierung des vorgesehenen Stadtviertels wird sich voraussichtlich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken”, prognostizierte Planungsstadtrat Rudi Schicker (S). Der genaue Zeitplan hängt mit dem Fortschritt beim neuen Güterterminal Inzersdorf zusammen, an den die Aktivitäten des Frachtenbahnhofs verlagert werden. Ursprünglich war der Nordwestbahnhof 1873 am Stadtrand errichtet, doch mit den Jahrzehnten gleichsam von der Stadt geschluckt worden, erinnerte Claus Stadler, Geschäftsführer der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Nun ziehe man wieder an den Stadtrand, nach Inzersdorf.

Für den neuen Stadtteil am Nordwestbahnhofgelände, der derzeit noch unter dem Kürzel “NWB Neu” firmiert, ruft Bezirksvorsteher Hannes Derfler (S) die Wiener zu Namensvorschlägen auf. Bis Ende des Jahres können Ideen via E-Mail oder postalisch an die Bezirksvorstehung gesandt werden.

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