Der Waldmacher - Kritik und Trailer zum Film

Volker Schlöndorff gehört zu den wenigen deutschen Filmemachern, die einen Oscar gewonnen haben. Nun hat er einen Dokumentarfilm über den australischen Agrarwissenschafter Tony Rinaudo gedreht. Rinaudo hat eine Methode entwickelt, um in kahlen Gegenden wieder Bäume wachsen zu lassen - und dafür einen Alternativen Nobelpreis gewonnen. "Der Waldmacher" erzählt auch anhand kurzer Interviews von Landwirtschaft und Hunger, Wassermangel und dem Leben der Menschen in Niger.

Volker Schlöndorff gehört zu den wenigen deutschen Filmemachern, die einen Oscar gewonnen haben. Nun hat er einen Dokumentarfilm über einen interessanten Mann aus Australien gedreht - mit einer Botschaft, die man gut gebrauchen kann. "Der Waldmacher" kommt am Freitag ins Kino.

Der Waldmacher - Kurzinhalt zum Film

Wie schafft man es, in kahlen Gegenden wieder Bäume wachsen zu lassen? Mit dieser Frage hat sich der Australier Tony Rinaudo in seinem Leben viel beschäftigt. Für seine Arbeit gewann er einen Alternativen Nobelpreis. Nun hat ihm Regisseur Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") einen Dokumentarfilm gewidmet.

Rinaudo lasse ganze Wälder wachsen, ohne einen einzigen Baum zu pflanzen, erzählt Schlöndorff zu Beginn des Films. Mehrere Wochen war der Regisseur unterwegs, hat Rinaudo etwa ins westafrikanische Niger begleitet. Entstanden sind interessante Einblicke.

Der Film erzählt, dass Rinaudo als junger Mann mit seiner Partnerin und einem Baby auf den afrikanischen Kontinent gezogen ist. Sie bekamen weitere Kinder, scheiterten mit Baumpflanzungen, erlebten eine große Hungersnot in den 1980ern. "Und dann ist etwas passiert, was in der Bibel 'eine Offenbarung' heißt", heißt es im Film.

Rinaudo habe einmal mit seinem Auto angehalten und ein stilles Gebet gesprochen. Dann sei ihm ein Busch aufgefallen - und er habe festgestellt, dass das im Grunde ein kleiner Baum war. Es müsse - schlussfolgerte er - ein weites Wurzelnetzwerk unter der Erde geben. Einen unterirdischen Wald, der nur darauf warte, ans Licht zu kommen - durch Schutz und Pflege der Triebe.

Der Waldmacher - Die Kritik

Der rund eineinhalb Stunden lange Film nimmt einen mit ins Leben der Menschen in den betroffenen Regionen. Beeindruckend sind dabei vor allem die Frauen, die der Film porträtiert. Schlöndorff erzählt von Landwirtschaft und Hunger, Wassermangel und Kohlehandel, vom Scheitern und von Projekten, die Hoffnung spenden.

"Tony Rinaudo hat mich gelehrt, ein bisschen hoffnungsvoller in die Welt zu schauen", so Schlöndorff vor dem Weltklimagipfel im Herbst. Rinaudo sei überzeugt, dass Wandel möglich sei, "dass wir noch sehr viel gut machen können". Rinaudo und seine Frau hätten angefangen herauszufinden, was man verändern könne. "Und das immer mit guter Laune und Ausstrahlung, mit Witz und Bescheidenheit, abenteuerlustig wie Don Quijote und mit tiefer Gläubigkeit wie ein Missionar."

(APA/Red)

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