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Der unverhoffte Charme des Geldes - Kritik und Trailer zum Film

Es beginnt als blutiger Krimi mit einigen Toten und endet mit einem Plädoyer für mehr Menschlichkeit: Dazwischen passiert eine ganze Menge in der Thrillerkomödie "Der unverhoffte Charme des Geldes", dem neuen Film des kanadischen Oscar-Preisträgers Denys Arcand ("Die Invasion der Barbaren").

Wer träumt nicht davon, durch unverhofften Reichtum sein Leben ändern zu können? Ein Kurierfahrer bekommt die Chance dazu. Gut, er ist ein bisschen verbittert und hadert mit dem Dasein, aber dennoch hat sich Pierre-Paul Daoust mit seinem mühsam zusammengeklöppelten Weltbild im Leben eingerichtet. Ab Freitag ist "Der unverhoffte Charme des Geldes" auch in den österreichischen Kinos zu sehen.

Der unverhoffte Charme des Geldes: Kurzinhalt zum Film

Wien. Sokrates, Aristoteles und Kant liefern dem jungen Mann das ethisch-moralische Gerüst, Kurierfahrten sichern seinen Lebensunterhalt. Ein nicht ganz lebenstüchtiger, aber doch sympathischer Loser, der der festen Überzeugung ist, dass nur die Dummen reich werden und dass der Glaube an den Götzen Geld alles zerstört. Mit der Dämonisierung des Mammons ist es allerdings schnell vorbei, als er ziemlich unverhofft an eine gewaltige Summe Geldes kommt.

Was nun Pierre-Paul Daoust? Der Kurierfahrer hat jetzt nicht mehr nur eine Menge Bücher, sondern auch jede Menge Cash. Erliegt er dem "unverhofften Charme des Geldes"? So hat der kanadische Oscar-Preisträger Denys Arcand ("Die Invasion der Barbaren") seinen neuen Film genannt, der zwar auf der wenig überraschenden Erkenntnis fußt, dass Geld die Welt regiert und die Moral dabei auf der Strecke bleibt, aber in seiner Vielschichtigkeit zwei Stunden gute Unterhaltung bietet.

Alles sieht danach aus, als würde Pierre-Paul Daoust (Alexandre Landry) ohne Skrupel all seine Prinzipien über Bord kippen. Und was macht er als Erstes mit den Taschen voller Geld? Er hat nichts Besseres zu tun, als Kontakt zur wunderschönen Escort-Lady Camille "Aspasia" Lafontaine (Maripier Morin) aufzunehmen, in die er sich auch noch prompt verliebt.

Der unverhoffte Charme des Geldes: Die Kritik

Arg strapaziertes Klischee? Sicher. Doch durch diesen "Pretty Woman"-Moment verschiebt sich die Geschichte von einer möglicherweise erdenschweren Kapitalismuskritik hin zur märchenhaften Finanzromanze, zur Komödie, der durch die beiden äußerst sympathischen Hauptdarsteller eine muntere Leichtigkeit zufliegt. Und während sich die beiden gesellschaftlichen Außenseiter langsam annähern, müssen sie lernen, ihre fest gefügten Weltbilder zu überprüfen und ihr Leben neu zu verorten. Nur eine der vielen Ebenen, auf denen dieser Genremix spielt.

Der kanadische Regisseur hat auch noch einen weiteren Twist eingebaut, der seiner Komödie eine ordentliche Portion Härte verleiht: Ein Haufen skrupelloser Gangster ist natürlich ebenfalls hinter dem Geld her. Und die scheuen nicht vor Bedrohung, Folter und Mord zurück. Hier prallen Lovestory, Thriller und Kapital aufeinander.

Mithilfe des aus dem Gefängnis entlassenen Finanzgenies "The Brain" (Remy Girard) wollen sich die beiden Liebenden schließlich in den internationalen Finanzstrom einklinken, um ihre Millionen in die Legalität zu überführen. Diese Passage gerät Arcand vielleicht ein wenig lang. Auch mancher Handlungsstrang verliert sich im Nichts, doch das Zentrum seiner Geschichte verliert er dabei nicht aus den Augen. Was soll mit dem ganzen Geld geschehen? Verändert es die Menschen? Denys Arcand hat da eine klare Botschaft: Sein Märchen, seine Komödie, sein knallharter Thriller, seine Sozialparabel - alles mündet schließlich in ein großes Plädoyer für mehr Menschlichkeit.

Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

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