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Der Trafikant - Kritik und Trailer zum Film

Nikolaus Leytner hat sich zehn Jahre nach Erscheinen des Erfolgsromans von Robert Seethaler an die Verfilmung des Stoffs gewagt: In "Der Trafikant" wartet er nicht nur mit einem hochkarätigen Cast von Bruno Ganz bis Johannes Krisch auf, sondern verschränkt die düstere Vorkriegsstimmung der Jahre 1937/38 gekonnt mit der parallel laufenden Coming-of-Age-Geschichte.

Rechtzeitig zum Gedenkjahr 2018 kommt die Verfilmung von Robert Seethalers Erfolgsroman “Der Trafikant” in die heimischen Kinos. Nikolaus Leytner wartet darin nicht nur mit einem hochkarätigen Cast von Bruno Ganz bis Johannes Krisch auf, sondern verschränkt die düstere Vorkriegsstimmung der Jahre 1937/38 gekonnt mit der parallel laufenden Coming-of-Age-Geschichte. Ab Freitag im Kino.

Der Trafikant: Kurzinhalt zum Film

Im Zentrum von “Der Trafikant” steht ebenso wie im Roman die Figur des aus dem Salzkammergut stammenden Burschen Franz, der in der Großstadt Wien nicht nur beruflich Fuß fassen soll, sondern durch die Repressionen der Nationalsozialisten auch in Windeseile politisiert wird. Mit Hauptdarsteller Simon Morzé, der vom naiven Landjungen zum Widerständler wird, hat der Regisseur eine äußerst glückliche Wahl getroffen. Morzé – Sohn der Burgschauspielerin Petra Morzé – verkörpert die Rolle des sich aus seiner Naivität schälenden, aber nie das Träumen aufgebenden jungen Mannes mit einer Ernsthaftigkeit, die auf ganzer Linie überzeugt.

Auch mit der restlichen Besetzungsliste hat Leytner einen Coup gelandet: Mit Bruno Ganz hat er einen am Ende des Lebens gebrechlichen, aber warmherzigen Sigmund Freud besetzt, Johannes Krisch gibt den Trafikanten Otto Trsnjek mit der ihm eigenen Extravaganz, ohne das Heft allzu sehr in die Hand zu nehmen. Er ist dem aus dem Salzkammergut angereisten 17-jährigen Franz Huchel ein großherziger Mentor, nachdem dessen Mutter (Regina Fritsch) nach dem Tod ihres Geliebten nicht mehr genug Geld hat, um ihren Sohn zu versorgen.

Mit dieser starken Szene startet Leytner auch in seinen von düsteren Bildern geprägten Film: Während die Mutter sich im strömenden Regen an einen Baum gelehnt ihrem Geliebten hingibt, taucht Franz am Grund des Attersees entlang. Das Wasser ist sein bevorzugter Rückzugsort, den er später vor allem in seinen Träumen immer wieder aufsuchen wird. Als der Geliebte der Mutter wenig später selbst in den See steigt, wird er vom Blitz getroffen. Und so versiegt jene Geldquelle, die dem jungen Mann bisher ein trotz der Armut der Mutter recht annehmliches Leben ermöglicht hatte.

Also wird Franz von einem Tag auf den anderen nach Wien geschickt, wo ein Jugendfreund der Mutter eine Trafik in Wien-Alsergrund betreibt. Dort kauft nicht nur Sigmund Freud seine Zigarren sowie die “Neue Freie Presse”, sondern verkehren auch allerlei Kommunisten, während der alte Trsnjek Nazis brüsk abweist – was ihm wenige Monate später zum Verhängnis werden soll. Denn das Rad der Geschichte dreht sich unaufhörlich: Während sich Franz hoffnungslos in ein böhmisches Mädel verliebt und der junge Mann in seinem Liebeskummer Rat bei Freud sucht, der sich zu langen Spaziergängen überreden lässt, spitzt sich die politische Lage in Wien zu.

Bald wird die Trafik mit Hühnerblut beschmiert, nach der Machtübernahme der Nazis kehren ehemals in der Trafik abgewiesene Kunden in Uniforum zurück und stellen dem Trafikanten die Rute ins Fenster. Als es so weit kommt, dass Trsnjek aus fadenscheinigen Gründen verhaftet und später ermordet wird, muss Franz nicht nur plötzlich allein die Trafik leiten, sondern wird auch zum politischen Menschen, als er nach Trsnjeks Tod vor dem Gefängnis statt einer Hakenkreuz-Flagge die einbeinige Hose des Toten hisst.

Der Trafikant: Kritik zum Film

Es ist ein stiller Prozess, in dem Simon Morzé vom naiven Jüngling zum engagierten jungen Mann wird. Dazwischen liegen eine enttäuschte Liebe, die Freundschaft zu Freud und zahlreiche verstörende Träume, die er auf handgeschriebenen Zetteln an der Schaufensterscheibe der Trafik befestigt. Drehbuchautor Klaus Richter hat den Roman behutsam dramatisiert, Hermann Dunzendorfer fängt mit seiner Kamera sowohl die düstere Landschaft im Salzkammergut als auch das nebenverhangene Wien mit opulenten Bildern ein.

>> Alle Spielzeuten auf einen Blick

(APA/Red)

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