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Der Leuchtturm - Kritik und Trailer zum Film

Das düstere Drama "Der Leuchtturm" bringt auf einer einsamen Insel zwei starke Schauspieler zusammen. Willem Dafoe spielt einen abgehärteten Leuchtturmwärter, Robert Pattinson den jüngeren, in sich gekehrten Gehilfen. Zusammen sind sie Stürmen, Isolation und am Ende dem Wahnsinn ausgesetzt.

Die See ist rau, der Klang des Nebelhorns fährt ins Mark und das Licht des Leuchtturms versprüht nur vordergründig ein Gefühl von Sicherheit: Dieses Setting verpasst Robert Eggers seinem neuen Werk "Der Leuchtturm", in dem sich Willem Dafoe und Robert Pattinson ein den seelischen Abgründen verpflichtetes Duell liefern. Horror und Seemannsgarn, Alkohol und Einsamkeit - ab Donnerstag im Kino.

Der Leuchtturm - Kurzinhalt zum Film

Ende des 19. Jahrhunderts vor der Küste Neuenglands: Der bärbeißige Leuchtturmwärter Thomas Wake (Dafoe) betritt mit seinem neuen Gehilfen Ephraim Winslow (Pattinson) ein karges Eiland, von stürmischen Wellen umtost und fern jedweder Zivilisation. In den nächsten vier Wochen ist es ihre Aufgabe, die Anlage in Schuss zu halten, um nahende Schiffe vor den Gefahren der schroffen Felsen zu warnen. Kohle schaufeln, Ölkanister schleppen, den Boden schrubben - die Freude an der Arbeit hält sich besonders bei Winslow in Grenzen, wenn er von seinem Vorgesetzten immer wieder barsch zurechtgewiesen wird.

Der ist immerhin mit dem Licht verheiratet, wie er in einem seiner vielen Monologe - gerne von Hochprozentigem angefeuert - dem "hübschen Kerl" verdeutlicht. Seine funkelnden Augen, der struppige Bart und das wettergegerbte Gesicht: Für Dafoe ist der Leuchtturmwärter geradezu eine Paraderolle, der er aber trotz des passendem Äußeren vor allem durch seine unverkennbare Stimme einen höchst einnehmenden Charakter verleiht. Pattinson wirkt daher oft nur wie ein Passagier, sowohl in der Handlung wie im Spiel, der die selten gestreuten Krumen dankbar aufnimmt, um seinerseits ein Gefühl des Verlorenseins zu vermitteln.

Der Leuchtturm - Die Kritik

Was auf dieser Insel tatsächlich passiert, darüber lässt Eggers, der gemeinsam mit seinem Bruder Max das Drehbuch verfasst hat und sich dafür neben Originalquellen und Mythen auch von Melville oder Shakespeare inspirieren ließ, das Publikum eigentlich bis zum Schluss rätseln. Die Abgeschiedenheit nagt allen voran an Winslow, der zusehends an seiner Wahrnehmung zweifelt: eine an Land gespülte Meerjungfrau bleckt ihre Zähne, eine einäugige Möwe macht ihm das Leben schwer, ein nackter Wake tanzt auf der Spitze des Leuchtturms. Von diesem Sehnsuchtsort kann er weiterhin nur träumen, wird er vom Betreten der obersten Plattform doch abgehalten. "Das Licht gehört mir!", spuckt Wake dem verdutzten Winslow ins Gesicht.

Und so entwickelt sich aus der vor- und zurückwiegenden Auseinandersetzung zweier Männer, die offenbar wenig zu verlieren, aber auch nichts zu gewinnen haben, ein mystisch aufgeladenes Duell, das von der antiquiert wirkenden Sprache ebenso lebt wie von den intensiven, beinahe im 1:1-Format eingefangenen Bildern. Eggers und sein Kameramann Jarin Blaschke verstehen es nur zu gut, die Kraft des vom Wind aufgepeitschten Meeres in den Kinosaal zu hieven, wozu nicht zuletzt die bedrohliche Musik von Mark Korven sowie das Sounddesign ihren Teil beitragen. So wie sich die Gehässigkeiten in Winslows Hirn hämmern, gräbt sich das Nebelhorn immer tiefer in das Bewusstsein. Tag und Nacht, Wochen und Monate - alles verschwimmt im brutalen Sog der Gezeiten.

War sein Debüt "The Witch" (2015) noch als klassisches, aus der Zeit gefallenes Horrormärchen angelegt, weiß sich Robert Eggers mit seinem zweiten Streich in vielen Bereichen neu zu erfinden. Zwar lockt auch diesmal der historische Anstrich mit seinem Charme, daneben gibt es aber so viele kleine wie große Aspekte, die "The Lighthouse" zum fesselenden Erlebnis machen. Wie Eggers die Spannung konstant hochhält, seinen Hauptdarstellern immer wieder die Zügel in die Hand gibt und dann doch mit klug gesetzten Akzenten Erwartungshaltungen untergräbt, sucht seinesgleichen.

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(APA/Red)

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