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Der Fall Richard Jewell - Kritik und Trailer zum Film

"Der Fall Richard Jewell" dreht sich um das Bombenattentat bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, bei dem zwei Menschen starben - und darum, wie nah Heldenverehrung und soziale Ächtung beieinander liegen. Genau diese erlebte der titelgebenden Wachmann Richard Jewell.

Ein Mann rettete Hunderte von Leben. Dann wurde er dafür verleumdet. Clint Eastwoods Faszination mit missverstandenen Helden setzt sich mit "Der Fall Richard Jewell" fort, einem Film über einen Sicherheitsbeamten, der fälschlicherweise verdächtigt wurde, den Bombenanschlag bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta organisiert zu haben. Eastwood in altbewährter Form. Ab Donnerstag im Kino.

Der Fall Richard Jewell - Kurzinhalt zum Film

Für Eastwood ist Heldentum eine schwere Last. Als Filmstar war er am besten dafür bekannt, Antihelden wie in "Erbarmungslos" und "Dirty Harry" zu spielen. Figuren, die mit grimmiger Bedrohung über den Bildschirm stolzieren, als ob sie durch das Gute belastet wären, das sie in einer dunklen Welt tun müssen. Als Regisseur war er in letzter Zeit von echten amerikanischen Helden wie Chesley Sullenberger ("Sully") und Chris Kyle ("American Sniper") fasziniert, die mit der Aufmerksamkeit zu kämpfen hatten, die mit den Schlagzeilen einherging. Kein Wunder also, dass der 90-Jährige von der sogenannten "Ballade von Richard Jewell" angezogen wurde, einem Artikel von Marie Brenner, der im Februar 1997 in der US-Zeitschrift "Vanity Fair" veröffentlicht wurde.

Jewell, gespielt von Paul Walter Hauser, ist ein Sicherheitsbeamter, der während eines Konzerts im Centennial Olympic Park in Atlanta einen mit Bomben beladenen Rucksack entdeckt, dann die Polizei alarmiert und Hunderte von Menschenleben vor einem Anschlag rettet. Zuerst wird er für seine Tapferkeit gefeiert, aber dann verdächtigt ihn das FBI, speziell der fiktive Agent Tom Shaw (Jon Hamm), die Bomben selbst gelegt zu haben, um später als Held gefeiert zu werden.

Eastwoods Film zeigt nun, wie Shaw geheime Informationen an die Reporterin Kathy Scruggs (Olivia Wilde) weitergibt, die in Jewell nicht mehr als eine heiße Story sieht und ihn als möglichen Terroristen anprangert. Das Jewell sich überhaupt aus dieser Situation befreien kann, ist nicht zuletzt seinem Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell) zu verdanken, einer der wenigen, der an seine Unschuld glaubt.

Der Fall Richard Jewell - Die Kritik

Wie immer ist Eastwood sehr gut mit Schauspielern, und das zentrale Trio von "Der Fall Richard Jewell" macht den Film sehr sehenswert. Rockwell als Jewells Anwalt verleiht seiner Figur eine lockere, lustige Note. Kathy Bates als seine besorgte Mutter Bobi zeigt in relativ wenigen Szenen, wie schnell strahlender Stolz zu leisem Herzschmerz werden kann. Und Paul Walter Hauser, der in "I, Tonya" grandios den ahnungslosen Dummkopf spielte, macht Richard Jewell ehrlich berührend.

Jewell, ein Mann, dessen Traum es war, ein Polizist zu werden, der als Losertype jedoch nicht ernst genommen wurde, sympathisierte mit seinen Verfolgern, wollte einer von ihnen sein. Wenn das FBI in die Wohnung seiner Mutter stürmt und willkürlich ihre Tupperware, VHS-Kassetten und Unterwäsche als Beweise einpackt, dann will er ihnen dabei helfen.

Auch wenn Hausers Darbietung dem Film eine tragikomische Note verleiht, verspottet ihn Eastwood niemals. Im Gegenteil: Er zeigt, was es bedeutet, in einer zynischen Zeit heroisch zu sein und die scheinbare Unfähigkeit der modernen Gesellschaft, eine edle Tat zu schätzen. Für Eastwood ist Jewell nicht nur ein Held, weil er Menschenleben gerettet hat, sondern auch, weil er ein gewöhnlicher und unvollkommener Mann war, der in die Fänge eines Systems geriet, das er beschützen wollte.

In dem Film ist klar, dass Jewell das Verbrechen nicht begangen hat, aber ohne einen echten Verdächtigen (Eric Rudolph, der eigentliche Bomber, wurde erst einige Jahre später angeklagt) brauchen Eastwood und der Drehbuchautor Billy Ray ("Captain Phillips") einige Bösewichte, um Spannung zu erzeugen. Sie finden sie in der Regierung und den Medien - die perfekte bösartige Kombination für Eastwoods konservativen Geschmack. Jewell starb 2007, was bedeutet, dass die wohl wichtigste Stimme des Films sich nicht zu Wort melden kann. Aber der größte Erfolg von Eastwoods Film ist der Versuch, ihm posthum etwas ausgleichende Gerechtigkeit zu verschaffen.

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(APA/Red)

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