Der 23. Bezirk setzt auf's Rad

Mit dem Frühjahr beginnt wieder die Radfahrsaison. Der Radverkehr ist nicht nur als gesundes Freizeitvergnügen und sportliche Betätigung interessant, das Fahrrad wird auch zunehmend als Alltagsverkehrsmittel bedeutend.

Und das zurecht – ist es doch das umweltfreundlichste Verkehrsmittel überhaupt.

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Zwar liegt der Anteil des Radverkehrs in Wien noch nicht so hoch wie in manchen Radlerhochburgen wie Amsterdam, doch ist die Tendenz stark steigend.

Das hat mehrere Gründe. Die Fahrräder von heute sind Hightech-Produkte, bequem und leicht zu fahren und haben längst nicht mehr das Image des „Arme-Leute-Fortbewegungsmittels“ von seinerzeit. Durch die in der Großstadt faktisch nicht mehr vorhandenen Winter ist das Rad zudem auch schon bei uns (fast) ganzjährig benutzbar. Und: Der Ausbau des Radwegenetzes bringt viele neue KundInnen. Je sicherer und besser man fahren kann, desto mehr Menschen werden mit dem Rad unterwegs sein.

Schutz
„Ziel der Stadt und des Bezirks ist es, diesem Gesichtspunkt Rechnung zu tragen. Wir wollen die Radfahrmöglichkeiten auch im „normalen“ Verkehr auf der Straße verbessern und attraktiver machen“, erklärt Bezirksvorsteher Manfred Wurm.

Das geschieht auf unterschiedliche Weise, je nach Gegebenheiten und Möglichkeiten.

– Radwege: Sind eigens angelegte Wege am Rand oder abseits von Fahrbahnen.

– Radfahrstreifen: Sind am Rand einer Fahrbahn (aber außerhalb der Fahrspur) angebracht und markiert (durchgehender oder unterbrochener „Strich“). Sie dürfen nur von Radfahrern benützt werden. Sie können auch gegen die Einbahn führen.

– Mehrzweckstreifen: Sind innerhalb einer Fahrspur mit unterbrochenen Linien markiert. Sie können auch von anderen Fahrzeugen (z.B. Bus, LKW, breitere PKW) mit benützt werden. Der Radfahrer genießt dabei aber besonderen Schutz.

Gerade die Mehrzweckstreifen (wie beispielsweise auf der Erlaaer Straße angebracht) führen immer wieder zu Missverständnissen und Diskussionen bei Kfz-Lenkern, die meinen, dass auch ein LKW oder Bus mit der schmalen „Restfahrbahn“ auskommen müsste und deshalb Angst vor einem „Crash“ haben. Dem ist nicht so. Ein Mehrzweckstreifen darf eben „mehrfach“ benutzt werden, nur muss auf Radfahrer (die den markierten Streifen benützen müssen) besonders geachtet werden.

Prioritäten
„Auch höre ich immer wieder den Vorwurf“, so Manfred Wurm, das Radwegenetz wäre nur Stückwerk. Das stimmt zum Teil. Aber erstens ist auch ein Puzzle längere Zeit ein Stückwerk, das erst zum Schluss ein ganzes Bild ergibt, und zweitens ist es derzeit vorrangig, vor allem die wichtigsten Routen auszubauen.“ Das sind, so Wurm, vor allem die Strecken rund um U-Bahn- und S-Bahn-Stationen. Denn gerade die Kombination Rad und U-Bahn (oder S-Bahn) ist seiner Meinung nach sehr sinnvoll. „Wenn man nicht unmittelbar neben einer Station wohnt, ist das Rad ein guter, attraktiver Zubringer. Wir werden daher in nächster Zeit auch die Radabstellanlagen bei den Stationen weiter ausbauen.“ Auch Mittel- und Oberstufenschulen sollen wichtige Zielpunkte für Radwege bzw. –streifen sein.

Darüber hinaus wird natürlich auch an einem überregionalen Radwegenetz geplant und gearbeitet. Aber auch das lässt sich nur in Etappen verwirklichen. In manchen alten Straßenzügen ist eben zu wenig Platz, um Radwege oder –streifen anbringen zu können. Ersatzlösungen sind aufwändig und oft schwer oder gar nicht zu finden.

Jede(r) der/die auf das Auto verzichtet und stattdessen mit dem Rad fährt, leistet nicht nur einen Beitrag für die persönliche Fitness, sondern auch für weniger Verkehr, und damit zum Klimaschutz. Jedes ersparte Kilo CO2 hilft und mildert die zu erwartenden weiteren Klimaveränderungen mit Stürmen, Überschwemmungen und sonstigen Katastrophen. Bezirksvorsteher Manfred Wurm: „Das bitte ich jeden Autofahrer, jede Autofahrerin zu bedenken, der/die sich über einen „langsamen“ Radfahrer oder aber auch nur über eine neue Radwegmarkierung ärgert. Wenn wir wirklich Klimaschutz wollen (und ich fürchte, da haben wir gar keine Wahl), müssen wir auch etwas dafür tun. Zum Beispiel auf´s Rad setzen – möglichst sich selbst und wenn es um unsere Verkehrszukunft geht.“

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