Den Haag: Serbien verspricht intensive Fahndung

Der Chefankläger des UNO-Kriegsverbrechertribunals, Serge Brammertz, hat von höchsten serbischen Staats- und Regierungspolitikern die Zusicherungen erhalten, dass Belgrad seinen Verpflichtungen gegenüber dem Haager Gericht voll nachkommen werde.

“Serbien fahndet intensiv nach den verbliebenen flüchtigen Angeklagten und arbeitet am erfolgreichen Abschluss der Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal”, teilte Staatschef Boris Tadic nach seinem Gespräch mit Brammertz mit.

Laut Premier Mirko Cvetkovic würden die serbischen Behörden alles unternehmen, um möglichst schnell die Zusammenarbeit mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien abzuschließen.

Brammertz hatte über die Fahndung nach dem einstigen Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, und dem früheren Chef der kroatischen Serben, Goran Hadzic, am Montag Gespräche auch mit dem Belgrader Fahnderteam geführt. Gemäß dem serbischen Arbeitsminister Rasim Ljajic, der in der Regierung für die Zusammenarbeit mit dem Haager Gericht zuständig ist, ist mit einer Festnahme Mladics in den nächsten Tagen nicht zu rechnen. Seit Anfang 2006 hätten die serbischen Behörden keine Information über Mladic, präzisierte der Minister.

Der UNO-Chefankläger, der Anfang Dezember dem UNO-Sicherheitsrat seinen sechsmonatigen Bericht über die Zusammenarbeit Serbiens, Kroatiens und Bosniens mit dem UNO-Tribunal zustellen soll, hat Medien gegenüber die Zusammenarbeit Serbiens vor der Abreise aus Belgrad nicht kommentiert.

Die serbischen Behörden hoffen nach wie vor, dass ein positiver Bericht Brammertzs an den UNO-Sicherheitsrat auch die Umsetzung des mit der Europäischen Union im April unterzeichneten Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) bewirken könnte. Der größte Widerstand leistet Holland, solange Mladic flüchtig ist.

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