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Den Geruchssinn verbessern

Sie wollen uns betören, verführen oder auch warnen. Ständig nehmen wir über die Nase zahlreiche Duftstoffe auf, so dass wir uns besser zurecht finden können.

Doch manche Menschen fehlt diese Möglichkeit: Sie können nicht oder nur sehr eingeschränkt Gerüche wahrnehmen. „Jedes Jahr werden in Deutschland knapp 80.000 Menschen mit einer Riechstörung in der Klinik behandelt“, sagt Professor Thomas Hummel, Leiter des Arbeitsbereiches Riechen und Schmecken an der HNO-Klinik der Universität Dresden.

Etwa fünf Prozent der gesamten Bevölkerung können praktisch nicht riechen. Die Patienten leiden an einem vollständigen Riechverlust, der so genannten Anosmie, oder einem stark eingeschränkten Riechvermögen, der Hyposmie. Eher selten kommt es vor, dass Gerüche und Aromen verändert wahrgenommen werden.

„Wenn ich etwas rieche, dann weiß ich, es stinkt“, sagt Frank F. aus Essen. Der 63-Jährige Gründer einer Selbsthilfegruppe für Patienten mit Riechstörungen kann seit neun Jahren nur sehr eingeschränkt Gerüche wahrnehmen. „Ich habe die Störung nach einer starken Erkältung erhalten“, sagt Frank F. Erstmals sei sie ihm aufgefallen, als er einen Bademittelzusatz nicht mehr habe wahrnehmen können.

Für die Patienten kann das eingeschränkte Riechvermögen gravierende Folgen haben: „Der Geruchssinn hat schließlich auch großen Einfluss auf unser Gefühlsleben“, sagt der 63-Jährige. Viele Erlebnisse seien mit Gerüchen verbunden: „Ich habe auch nicht mehr den Spaß am Essen.“ Gerade über den Geruchssinn werde schließlich der Appetit angeregt. Verdorbene Nahrung werde über die Nase ebenfalls erkannt. Bei einer Riechstörung könne dies nicht mehr festgestellt werden.

Selbst Brand- oder Gasgeruch könne nicht wahrgenommen werden. „Unangenehmen Körperschweiß kann ich ebenfalls nicht riechen“, sagt Frank F. Folge sei eine Verunsicherung, ob man nach Schweiß rieche oder nicht. „Man beobachtet dann viel mehr die Reaktionen der Mitmenschen“, berichtet der Patient.

Wie sich Riechstörungen auf die Partnerwahl bei Menschen auswirken, ist noch nicht eindeutig geklärt. „Vermutlich hat das Riechvermögen darauf Einfluss“, sagt Professor Hummel. Studien zufolge empfinden Männer unbewusst Frauen als besonders attraktiv, wenn diese gerade ihren Eisprung haben und besondere Sexualduftstoffe aussenden.

„Riechstörungen sollten auf jeden Fall ernst genommen werden“, rät Hummel. Denn sie verminderten nicht nur drastisch die Lebensqualität, sie könnten auch ein Symptom für andere Erkrankungen sein. “90 bis 95 Prozent aller Parkinson-Patienten haben als Frühsymptom eine Riechstörung“ sagt der Wissenschafter. Die Störung trete durchschnittlich fünf bis sechs Jahre vor dem Ausbruch der eigentlichen Erkrankung auf.

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