Demonstration vor ägyptischer Botschaft in Wien: 250 Personen vor Ort

250 Ägypter feierten am Sonntag, den 7. Juli in Wien Entmachtung von Mohammed Mursi
250 Ägypter feierten am Sonntag, den 7. Juli in Wien Entmachtung von Mohammed Mursi ©APA
In Wien haben am Montag, den 8. Juli rund 250 Personen an der Demonstration gegen die Machtübernahme des Militärs in Ägypten teilgenommen.
Demo in Wien
Zahlreiche Tote in Ägypten
Unruhen in Kairo
Mursis letzte Stunden

Doch mehr als, wie berichtet, zuvor angenommen, haben am Montag, den 8. Juli vor der ägyptischen Botschaft in Wien gegen die Machtübernahme des Militärs in Ägypten demonstriert.

Rund 250 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, haben Montagabend vor der ägyptischen Botschaft in Wien-Döbling gegen die Machtübernahme des Militärs in Ägypten demonstriert.

Demonstration in Wien: “Mursi ist unser Präsident”

“Al-Sisi verschwinde, Mursi ist unser Präsident”, skandierten die Teilnehmer umgeben von ägyptischen Flaggen, die teilweise mit dem Porträt des Politikers geschmückt waren. Der Protest verlief friedlich, die Polizei war dennoch mir rund 25 Mann ausgerückt. Da es sich um ein Botschaftsgebäude handle, benötige man verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Die Stimmung war ausgelassen, der Protest von lauter Musik begleitet, immer wieder fingen Teilnehmer zu tanzen an. Es gehe ihnen nicht vorrangig um den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohmmed Mursi, sondern um die Demokratie, sagten viele Teilnehmer. Dennoch war das Gesicht des Politikers auf Plakaten allgegenwärtig. Viele Demonstranten erklärten auf Nachfrage, sie hätten für Mursi gestimmt, hätten sie die Möglichkeit dazu gehabt.

Demonstration vor ägyptischer Botschaft 

“Mursi ist die Demokratie. Ohne ihn kommt Ägypten nicht zur Ruhe”, sagt etwa der Taxifahrer Ahmed A.. Eine Apothekerin stimmt ihm zu: “Mursi wurde demokratisch gewählt. Was nun in Ägypten passiert ist, ist ein Militärputsch, keine Demokratie, sagt sie. Armeechef Abdel Fattah al-Sisi behaupte er würde das Volk vertreten, doch er erwähne jene 30 Millionen Ägypter nicht, die nicht seiner Meinung seien, so die junge Frau. Das Land ihrer Eltern sei heute gespalten, sagt sie weiter, die selbst in Österreich geboren wurde. “Ich befürchte einen Bürgerkrieg. Bald werden Muslimbrüder wieder zu Zeiten des Ex-Diktators Hosni Mubarak ins Gefängnis gesteckt,” glaubt sie.

Auch gegen den früheren Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) in Wien, Mohammed ElBaradei richtete sich der Protest: “ElBaradei. Schande. Mörder”, stand auf einem Schild. “ElBaradei geht es nicht um die Demokratie, sondern lediglich darum Präsident zu werden”, erklärte Aldef G. im Gespräch mit der APA.

“Österreich muss seinen Botschafter aus Ägypten abziehen”

Moustafa E., der in Wien als Frauenarzt arbeitet, sieht auch die österreichische Regierung in der Pflicht: “Die freie Welt in Österreich darf die neue, vom Militär eingesetzte Regierung nicht anerkennten. Österreich muss seinen Botschafter aus Ägypten abziehen, vor allem nachdem Massaker, das sich heute in Kairo ereignet hat, ” fordert er.

Montagfrüh wurden mindestens 51 Demonstranten vor einem Gebäude der Republikanischen Garde durch Schüsse getötet. Ob die Armee das Feuer auf betende Muslime eröffnete oder diese an der Erstürmung des Gebäudes hindern wollte, ist umstritten. Für die Demonstranten vor der ägyptischen Botschaft ist die Sache allerdings klar. “Ich bin Moslem. Ich bin hier um gegen das Massaker der ägyptischen Armee an betenden Muslimen in Kairo heute Vormittag zu protestieren”, erklärt Ilhami T., der mit seinem Sohn gekommen ist. Statt einer ägyptischen, schwenkt er die türkische Flagge. Er ist aus Solidarität hier, auch wenn er die Sprechchöre rund um ihn herum nicht versteht.

(APA)

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