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Demo in Wien für 15 Prozent mehr in Sozialwirtschaft

Am Dienstag gehen Mitarbeiter der Sozialwirtschaft für ein Gehaltsplus von 15 Prozent auf die Straße.
Am Dienstag gehen Mitarbeiter der Sozialwirtschaft für ein Gehaltsplus von 15 Prozent auf die Straße. ©APA/ROLAND SCHLAGER (Sujet)
In einer Demonstration fordern Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialbereich am Dienstag in Wien ein Gehaltsplus von 15 Prozent in der Sozialwirtschaft.
Lehrer und Pädagogen demonstrieren in Wien

Am Dienstag protestieren Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialbereich in Wien für plus 15 Prozent bei den Gehältern in der Sozialwirtschaft. Arbeitnehmer im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich machen am heutigen Dienstag Druck in den stockenden Kollektivvertragsverhandlungen für die 130.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft. Die Gewerkschaften GPA und vida fordern von den Arbeitgebern eine Gehaltserhöhung um 15 Prozent, diese hatte 7,5 geboten. Mit Betriebsversammlungen und einer Demonstration vom Westbahnhof zum Ballhausplatz am Nachmittag wollen die Arbeitnehmer ihre Position untermauern.

Demonstration in Wien startete um 14:30 Uhr

Um 14.30 Uhr startet ein Demozug vom Christian-Broda-Platz (Wien-Mariahilf). Ziel ist der Ballhausplatz, wo Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA und Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, sprechen werden.

Demo in Wien für 15 Prozent mehr in Sozialwirtschaft

Spürbar werden die gewerkschaftlichen Maßnahmen vor allem in den Wiener Ganztagsvolksschulen: die Nachmittagsbetreuung entfällt wegen Betriebsversammlungen der städtischen Freizeitpädagogen, an Einrichtungen mit verschränktem Angebot endet die Schule um 14 Uhr. Seine Unterstützung für die Freizeitpädagoginnen und -Pädagogen sprach am Dienstag der Katholische Familienverband Wien aus.

Arbietnehmer Sozialer Dienste werden bis Dienstag 17 Uhr streiken

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Samariterbundes Wien im Bereich Wohnen und Soziale Dienste werden von Dienstagmittag bis voraussichtlich 17 Uhr streiken, konkret betrifft das etwa Wohneinrichtungen für ehemals obdachlose Menschen. In sensiblen Bereichen der Branche wie etwa der Pflege soll der Betrieb aber aufrecht bleiben, wurde betont.

"Nach drei Jahren Dauerkrise inklusive Maske und Schutzausrüstung für die meisten Beschäftigten haben sich die Kolleginnen und Kollegen einen guten Abschluss verdient. Unsere Demonstration gilt den Arbeitgebern gleichermaßen wie dem Finanzminister, der den Trägern die Mittel für eine deutliche Gehaltserhöhung zur Verfügung stellen muss", betonte GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz. Ziel für die weiteren Verhandlungen sei ein Abschluss deutlich über der Inflationsrate.

Unabhängige Gewerkschafter kritisieren öffentliche Gewerkschaft

Die Unabhängigen Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen der zivilen Bediensteten kritisieren die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) dafür, dass diese nicht an der Demonstration teilnehmen wird. Das Gehalt von Sozialarbeiterinnen und Sozialbetreuern im Strafvollzug liege im Durchschnitt bei knapp 15 Prozent unter dem Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft (SWÖ). "Diese Fachkräfte verdienen dieselbe Wertschätzung und den Einsatz ihrer Gewerkschaft GÖD bei Gehaltsverhandlungen", heißt es in einer Aussendung.

Arbietgeberseite sieht "keinen Grund zur Aufregung"

"Keinen Grund zur Aufregung" sieht indes die Arbeitgeberseite. Man habe sich in den meisten Punkten verständigen können und ein Angebot vorgelegt, dass über dem Metaller-Kollektivvertrag liege, betonte der Geschäftsführer der Sozialwirtschaft Österreich und Verhandlungsführer Walter Marschitz. Die Verhandlungen werden planmäßig am 16. November fortgesetzt. "Bisher haben wir uns immer noch gefunden", blickt er ihnen optimistisch entgegen. Dass die Arbeitnehmer-Forderung nach 15 Prozent plus nicht erfüllbar sei, stehe für die Arbeitgebervertreter jedoch fest.

(APA/Red)

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