"Deltakron": Neue Corona-Variante in Zypern entdeckt

Eine neue Corona-Variante "Deltakron" wurde endeckt.
Eine neue Corona-Variante "Deltakron" wurde endeckt. ©pixabay.com (Sujet)
Nach Delta und Omikron haben Forscher in Zypern nun offenbar eine neue Variante des Coronavirus entdeckt - "Deltakron". Was man bisher darüber weiß, erfahrt ihr hier.

Wie griechische Medien berichten, soll es sich bei der neu entdeckten Coronavirus-Variante um eine Kombination aus Delta und Omikron handeln, daher auch der Name.

"Deltakron" wohl Kombination aus Delta- und Omikron-Variante

Dass "Deltakron" gefährlich sei, halte der Epidemiologe Klaus Stöhr dennoch für unwahrscheinlich. "Nur weil ein Virus die Oberflächeneigenschaften zweier anderer hat oder sich Mutationen zweier Varianten kombinieren, bedeutet das nicht, dass sie auch die gleichen klinischen Auswirkungen haben", so der Experte.

Noch ist aber zu wenig über die neue Variante bekannt, um Schlüsse über ihren Einfluss auf die Pandemie zu ziehen. Wissenschaftler gehen jedoch nicht davon aus, dass "Deltakron" die Omikron-Variante verdrängen könnte.

Vermeintlicher "Deltakron"-Nachweis wohl Artefakt

Der vermeintliche Nachweis der Misch-Variante geht weiteren Experten zufolge wohl auf Verunreinigungen während der Analyse zurück. "Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte", erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet würden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei. Ähnlich äußerten sich weitere Experten bei Twitter, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove: Das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.

Zuvor kursierten Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV, denen zufolge Leontios Kostrikis von der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert haben will, in denen "Deltakron" Ursache der Infektionen war. "Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bisher wurden keine größeren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet", betonte Neher. "Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten."

Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass Kostrikis' Schlüsse falsch seien. "Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt", twitterte der Epidemiologe. Kostrikis selbst allerdings wollte eine Fehleinschätzung zunächst nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen.

(APA/Red)

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