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Daten-Center im Flakturm?

APA/Pfarrhofer
APA/Pfarrhofer
DCV gibt nicht auf: Das Unternehmen, das ein Hochsicherheitsdatencenter im Wiener Augarten-Flakturm plant, gab am Dienstag bekannt, nun einen Teil des Projekts bei der Baupolizei eingereicht zu haben.

Dies betrifft ausschließlich die Innenausbauten im Weltkriegs-Bau und nicht den umstrittenen Wunsch nach Auf- und Zubauten. „Wir haben das alte Projekt geteilt“, sagte DCV-Chef Wolfgang Bleim zur APA.

Dabei habe man in der vergangenen Woche die Bauteile eingereicht, die bewilligungsfähig seien. Der Wunsch von DCV bleibe aufrecht, weitere Stockwerke auf dem Flakturm zu errichten. Ob dies statisch noch möglich sei, nachdem der Turm im Vorjahr wegen eines Schuttabrutsches im Inneren saniert wurde, könne man derzeit nicht sagen.

Dazu seien weitere Gutachten nötig, die man gegebenenfalls nachreiche. Das Projekt wolle man aber auch dann verwirklichen, wenn keinerlei Veränderungen am Äußeren des Baus vorgenommen werden dürften. Dann miete man Büros in der Umgebung an, so Bleim.

Man sei auch bereit, die im Auftrag der Burghauptmannschaft durchgeführte Sanierung des Bauwerks zu bezahlen und darüber hinaus 300.000 Euro für den Augarten zur Verfügung zu stellen. Die Anlieferung der Daten im Turm erfolge dann ausschließlich über unterirdische Kabel, und der Zugang sei nur durch einen Tunnel möglich.

Bleim rechnet mit einer Genehmigung bis Jahresende und einem Baubeginn 2008. DCV bemüht sich seit Jahren um ein Datencenter in dem 55 Meter hohen Flakturm – bisher scheiterte man jedoch stets an fehlenden Genehmigungen. Dennoch rechne sich die Projektidee im Vergleich zu einem Neubau auf der grünen Wiese, unterstrich Bleim. Schließlich habe man in der Nähe des Augartens durch ein Umspannwerk der Wien Energie den notwendigen Strom und darüber hinaus Glasfaserleitungen.

Wiens oberste Denkmalschützerin Barbara Neubauer stellt sich nicht gegen ein Projekt im Inneren des Flakturms, das von außen nicht zu sehen ist. „Da wird man von unserer Warte aus nichts dagegen haben können“, sagte sie auf APA-Anfrage. Schließlich seien alle Stiegenhäuser des Turms eingebrochen und die Decken nicht mehr tragfähig.

Abwartend zeigt man sich im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker. „Die Flächenwidmung bleibt, wie sie ist“, stellte ein Sprecher klar. Und diese würde zumindest Zubauten ausschließen.

Die Grünen sind gegen das Projekt.

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