Das Testament - Kritik zum Film

Der israelische TV-Filmer Amichai Greenberg lässt bei seinem Spielfilmdebüt "Das Testament" den Holocaust-Forscher Yoel nach einem geheim gehaltenen Massengrab in Österreich suchen. Er ist orthodoxer Jude und Leiter einer Aufklärungskommission. Im Zuge seiner detaillierten Recherchen entdeckt Yoel allerdings, dass seine eigene Mutter gar keine Jüdin ist, sondern sich in den Kriegswirren aus Solidarität als solche ausgegeben hatte.

Eine Suche nach Holocaustopfern, die letztlich zur Suche nach der eigenen Identität wird: Der israelische TV-Filmer Amichai Greenberg lässt bei seinem Spielfilmdebüt “Das Testament” einen Holocaust-Forscher nach einem geheim gehaltenen Massengrab in Österreich suchen und dabei auf ein Geheimnis in seiner eigenen Biografie stoßen. Nach der Premiere in Venedig kommt das Werk am 8. Juni in die Kinos.

Das Testament: Kurzinhalt zum Film

Yoel Halberstam (Ori Pfeffer) ist Jude, arbeitet als Historiker und versucht in dieser Funktion verbissen, ein bis dato vertuschtes Massaker an 200 ungarischen Juden im fiktiven österreichischen Ort Lensdorf aufzuklären. Dank seiner Bemühungen gelingt es ihm schließlich tatsächlich, einen Überlebenden ausfindig zu machen – der sich ihm aus Angst vor Repressalien allerdings nicht zu erkennen geben will.

Halberstam benötigt jedoch den genauen Standort für das von ihm in Lensdorf vermutete Massengrab mit den 200 Toten, um die geplante Dorferweiterung der sich störrisch gebenden österreichischen Behörden zu stoppen. Zu diesem Stress kommt für ihn auch noch erschwerend hinzu, dass er im Zuge seiner Recherchen darauf kommt, dass seine eigene Mutter ihre Identität gefälscht hat und in Wahrheit gar keine Jüdin ist – und somit auch er nicht.

Das Testament: Die Kritik

Greenberg schöpft für seinen von Österreich koproduzierten Kinoerstling aus der eigenen Erfahrung mit der Arbeit für die von Steven Spielberg gegründete USC Shoah Foundation, flechtet Anekdoten, Erlebnisse, Biografien in sein Werk ein. Zugleich scheint sein Film seltsam aus der Zeit gefallen, verspätet. Dass Österreich ein vehement vorgetragenes Ultimatum an die israelischen Forscher setzt, bis Beweise vorgelegt werden sollen, scheint ebenso irreal wie die naiven Interviews, die Halberstam deutschsprachigen Medien gibt.

Am Ende bleiben eher platte Dialoge und eine im Kern dann doch überraschend simpel gestrickte Handlung. Und ein Film, der eher in das Jahr 1970 gepasst hätte.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Kinostarts
  • Das Testament - Kritik zum Film
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen