Das nächste "Finale" - Spanien muss gegen Chile gewinnen

Zum Abschluss der Gruppenphase der Fußball-WM in Südafrika muss auch der Topfavorit noch einmal zittern. Spanien braucht am Freitag (20.30 Uhr) im "Finale" des Pools H gegen Chile unbedingt einen Sieg, um aus eigener Kraft ins Achtelfinale einzuziehen.
Ticker - Freitag ab 20:30 Uhr
Anderenfalls ist der Europameister auf Schützenhilfe von Außenseiter Honduras gegen die Schweiz angewiesen. Damit will sich in Spanien aber niemand beschäftigen. “Wir sind für die Schlacht bereit”, versicherte Teamchef Vicente del Bosque.

Die Spanier setzen gegen Spitzenreiter Chile nicht nur auf das Comeback von Kreativspieler Andres Iniesta, sondern auch auf David Villa. Der EM-Torschützenkönig war nach seinem Doppelpack gegen Honduras (2:0) ohne nachträgliche Bestrafung davongekommen, obwohl er Gegenspieler Emilio Izaguirre ins Gesicht gegriffen hatte. “Ihn im Team zu haben, ist eine Garantie”, meinte Iniesta. Eine Torgarantie – in den vergangenen sieben Länderspielen ab dem 5:1 im November gegen Österreich hat Villa ebenso viele Treffer erzielt.

Villa war durch die Rückkehr von Mittelstürmer Fernando Torres zuletzt auf den linken Flügel ausgewichen – mit Erfolg. Der zum FC Barcelona wechselnde Angreifer stellte den Pflichtsieg gegen Honduras im Alleingang sicher, in Pretoria soll am Freitag ein weiterer folgen. “Chile ist unser Finale”, betonte Kapitän Iker Casillas. “Wir müssen die Initiative ergreifen und das Spiel bestimmen”, forderte Teamchef Del Bosque, der zuletzt unter anderem für den ineffizienten Spielstil seiner Mannschaft kritisiert worden war.

Sie würden überkombinieren, zu verspielt sein und zu viele Chancen vergeben, war den Stars in der Heimat vorgeworfen worden. Tatsächlich ist Torres nach seiner Knieoperation noch nicht in Topform, große Hoffnungen ruhen aber auf Iniesta. “Wir sind uns darüber im Klaren, was wir zu tun haben”, versicherte der Barca-Star, den zuletzt einmal mehr muskuläre Probleme zum Zuschauen gezwungen hatten. “Wir werden nicht auf irgendeine Kritik eingehen. Wir sind zuversichtlich, und alles andere ist unwichtig”, betonte Iniesta.

Den Chilenen reicht bereits ein Remis zum Gruppensieg, eine Niederlage könnte aber trotz sechs Punkten das Aus bedeuten – sofern die Schweiz gegen Honduras gewinnt. Ihren offensiven Spielstil wollen die Südamerikaner dennoch nicht ändern. “Das haben wir noch nie getan”, versicherte Chiles Abwehrchef Waldo Ponce. “Wir würden niemals auf ein Unentschieden spielen, weil das nicht funktioniert. Unser Trainer würde das niemals zulassen.”

Marcelo Bielsa spielt mit Chile auch um die Überwindung eines Traumas – jenes von 2002, als er mit seinem Heimatland Argentinien in der Gruppenphase gescheitert war. “Nichts und niemand wird mir diese Trauer jemals nehmen können”, sagte der Teamchef, versprach den Spaniern aber einen offensiven Schlagabtausch. “Mein Standpunkt ist der, dass man den Gegner beschäftigen muss”, erklärte der 54-Jährige, den sie “El Loco” (der Verrückte) nennen.

Ausgerechnet im Finale muss Bielsa aber zwei Schlüsselspieler vorgeben. Defensiv-Abräumer Carlos Carmona ist ebenso gesperrt wie Spielmacher Matias Fernandez. Das Duo dürfte im Mittelfeld durch Rodrigo Millar und Jorge Valdivia ersetzt werden, der unmittelbar hinter Speerspitze Humberto Suazo für Kreativität sorgen soll. Spaniens “La Roja” trifft auf ihr chilenisches Pendant, hat dabei aber die Statistik auf ihrer Seite: Seit 1986 haben die Spanier ihr abschließendes WM-Gruppenspiel immer gewonnen.

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