Das Land meines Vaters - Kritik und Trailer zum Film

Pierre will eigentlich den Hof seines Vaters in der französischen Provinz übernehmen und erfolgreich weiterführen. Der Plan, das Familienerbe fortzutragen wird allerdings über die Jahre hinweg immer schwieriger, legen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dem Bauernhof scheinbar unüberwindbare Hürden hin den Weg.

Das Filmplakat zeigt eine fröhlich feiernde Familie. Der Esstisch steht im Freien, im Hintergrund glühen goldene Weizenfelder. Sicher eine dieser französischen Komödien, in denen immerfort gegessen und geredet wird. Doch "Das Land meines Vaters", im Vorjahr für einen Cesar für das beste Erstlingswerk nominiert, ist das glatte Gegenteil. Am Freitag startet der Problemfilm von Edouard Bergeon in den österreichischen Kinos.

Das Land meines Vaters - Kurzinhalt zum Film

Ja, es gibt schöne Bilder des ländlichen Frankreich - doch es ist eine bedrückende Geschichte voller Mühsal und Sorgen, die der Regisseur erzählt. Besonders bitter: Sie ist an die Lebensgeschichte seines Vaters, eines Landwirts nahe Poitiers, angelehnt. Auch Edouard wollte zunächst Agraringenieur werden, arbeitete dann aber lieber als Sportreporter und Dokumentarfilmer. Schon sein Dokumentarfilmdebüt "Les fils de la terre" (2012) beschäftigte sich mit Bauernselbstmorden in Frankreich. Und das ist nun auch bei seinem ersten Spielfilm "Au nom de la terre", den er dem Andenken an seinen 1999 gestorbenen Vater Christian widmet, nicht anders.

Es beginnt als Idylle pur. Pierre (Guillaume Canet) kehrt Mitte der 70er-Jahre aus Wyoming zurück, wo er offenbar das abenteuerliche Leben eines Cowboys führte, und übernimmt mit seiner Verlobten Claire (Veerle Baetens) den Hof des Vaters. Der kann nur schwer loslassen und lässt sich eine teure Pacht bezahlen. Vom ersten Moment an belasten Geldsorgen das junge Paar. Doch sie sind zuversichtlich und die Banken bei den Krediten freigiebig. Schnitt.

20 Jahre später hat das Paar einen Buben und ein Mädchen, die fleißig auf dem Hof mithelfen. Das ist auch dringend nötig. Arbeit gibt es genug. Geld und Spaß, Muße und Familienleben sind dagegen Mangelware. Pierre, der sich zu Investitionen überreden ließ, die nur noch mehr Schulden bedeuten, treibt in einen Konkurs und ein Burn-out. Die Entfremdung wächst, die Erschöpfung auch. Bis es ihm eines Tages zu viel wird - und Frau und Kinder dennoch zu ihm halten, obwohl er am Rande des Durchdrehens ist.

Das Land meines Vaters - Die Kritik

Nein, dieser Geschichte gelingt nach dieser lebensnahen und ernüchternden Exposition weder die Wendung zur Komödie noch die Wendung zum Positiven. Dazu hat Edouard Bergeon wohl selbst zu viel erlebt. Was dem Regisseur jedoch gelingt, ist ein ganz unkitschiges Porträt von aufopferungsvollen Menschen und einer unmenschlichen Maschinerie, die diese Menschen verschlingt. Er habe eine einzige Chance, eröffnet der Bauer seinem Sohn, als sie die Reste eines abgebrannten Stalls beseitigen: Er müsse abhauen, sein Glück woanders suchen und vermeiden, in des Vaters Fußstapfen zu treten. Edouard Bergeon selbst hat diese Chance genutzt. Das Thema jedoch lässt ihn nicht los.

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(APA/Red)

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