Das Hit-Wunder Two Door Cinema Club in Wien

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Am Donnerstagabend spielte der Two Door Cinema Club im ausverkauften Wiener WUK ein Dance-Pop-Feuerwerk-Konzert.
Die besten Bilder vom Konzert

Das Neo-Hit-Wunder aus Nordirland (“Come Back Home”, “Something Good Can Work”) schaffte es gerade noch zum Auftritt und zeigte, dass die Mischung aus Indie-Pop-Rock und schwer kommerziellen Disco-Zutaten auch live bestens funktioniert. Die souverän gespielten Up-Beat-Songs erzwangen ein kollektives Mittanzen, allerdings stellte sich mit Fortdauer auch ein Gewöhnungseffekt ein.

Dicht und mitunter unangenehm war das Gedränge im Foyer, da die Türen zum Saal lange zublieben, weil die Musiker wegen des Wetters erst mit Verspätung in die Bundeshauptstadt gekommen waren. Dafür entschädigte die Vorgruppe, der Chapel Club aus England, mit einer überraschend souveränen Vorstellung: Lässig zelebrierte die Band einen dunklen, an Joy Division angelegten Sound, teils hymnisch, manchmal aber zu sehr nach Kunststudenten-Projekt klingend. Mit “All The Eastern Girls” und “The Shore” sind den Briten allerdings bereits zwei starke Songs geglückt. Die Tagszeitung “The Guardian” hat unlängst wohl richtig kommentiert: “Die Burschen könnten eine strahlende Zukunft haben oder irgendwann langweilen.”

Dieses Urteil gilt ebenso für den Two Door Cinema Club. Es hat Klasse, wie das Trio (auf Tour mit einem Drummer verstärkt) mainstreamtaugliche Synthie-Klänge und treibende Beats mit Elementen aus dem Independent-Bereich kombiniert, sämtliche Stücke mit geschickten Tempowechseln und stimmigen Melodien ausstattet und das live mit einer Dynamik und Stilsicherheit darbietet, die man von Newcomern nicht erwarten muss. “Cigarettes In The Theater” und “Undercover Martyn” zündeten ein unterhaltsames Dance-Pop-Feuerwerk. Jedoch fühlte man sich im Verlauf der Darbietung wie in einer Endlosschleife: Stil und Konzept der Songs variierten kaum, ein bestimmtes Schema war rasch zu erkennen, auch etwas Belanglosigkeit machte sich breit.

Man muss dem Two Door Cinema Club zugutehalten, dass es schwer ist, mit nur einem Album im Gepäck eine Headliner-Show zu bestreiten. Da haben die Nordiren das Optimum herausgeholt und das (sehr junge) Publikum begeistert. Es gilt nun, den richtigen Nachfolger auf das Debüt “Tourist History” (Universal) abzuliefern. Bei Wiederholungen könnte es sehr langweilig werden.

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