Danielle Spera will Jüdisches Museum "öffnen"

Spera übernimmt Jüdisches Museum
Spera übernimmt Jüdisches Museum ©APA (Hochmuth)
Die langjährige ORF-Journalistin Danielle Spera übernimmt am Donnerstag von Karl Albrecht-Weinberger die Leitung des Jüdischen Museums Wien. Die 52-jährige Quereinsteigerin, die 21 Jahren die "Zeit im Bild" moderierte, sprach am Dienstag mit der APA über ihre Vorhaben. Vor allem möchte sie "das Museum öffnen und die Menschen einladen, hereinzukommen."

APA: Wie sieht denn dieses Konzept aus? Es gab ja Stimmen, nicht ein Konzept, sondern ein prominenter Name habe die Ausschreibung gewonnen.

Spera: Ich habe auf jeden Fall vor, das Museum zu öffnen und die Menschen einzuladen, hereinzukommen. Ich möchte die wunderschöne Vitrine mit Objekten aus der Sammlung Max Berger, vor der wir jetzt sitzen, besser kontextualisieren. Wenn Sie sich nicht den Hör-Guide nehmen oder das Erklärblatt, wissen Sie im Moment nicht: Wozu dienen die Objekte? Was ist ihre Geschichte, ihr Ursprung? Mit einer besseren Erklärung von jüdischen Ritualgegenständen könnte man auch gleich eine Einführung in die jüdischen Feiertage geben.

APA: Sie haben bei Ihrer Designierung gesagt, Sie liebten dieses Museum, seien aber traurig, dass Sie so häufig alleine hier waren. Jährlich 76.000 Besucher hat das Jüdische Museum an allen Standorten zusammengenommen, inklusive Veranstaltungen sind es rund 100.000. Welche Zahl wollen Sie schaffen?

Spera: Ich sehe es nicht in den Zahlen, sondern am Ort der Begegnung. Anknüpfend an aktuelle Ereignisse wie etwa rund um die Gaza-Flotte kann man selbstverständlich Diskussionen machen. Ich sehe aber auch viele Anknüpfungspunkte zu anderen Museen, wo wir Querverbindungen herstellen können. Ich bin sehr froh darüber, dass dieses Museum zu einem großen Teil von Jugendlichen, von Schulklassen besucht wird. Da möchte ich noch mehr ansetzen und auch mit Tourismus-Einrichtungen enger zusammenarbeiten.

APA: Mit Veranstaltungen wollen Sie rasch reagieren. Wie viel Aktualität wollen und können Sie ins Ausstellungsprogramm bringen?

Spera: Erstens werde ich versuchen, langfristig an einer neuen Dauerausstellung zu arbeiten. Diese soll insofern aktuell sein, als sie das jüdische Leben in Wien heute zeigen wird. Das ist ein Aspekt, den ich heute im Museum vermisse. Natürlich versuchen wir auch, im Internet mehr und aktueller präsent zu sein. Das ist vor allem als Einstiegsdroge für Jugendliche wichtig.

APA: Bei Ihrer Designierung haben Sie gesagt, Sie seien in Budget-Verhandlungen und zuversichtlich. Wie sieht’s heute aus?

Spera (schmunzelt): Ich bin noch immer zuversichtlich. In dem Haus ist ein größerer Bedarf nach technischer Aufrüstung. Ich glaube, dass wir im Herbst gemeinsam mit der Stadt Wien ein schönes Konzept vorlegen können, um das Haus technisch wieder auf den letzten Stand zu bringen.

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