"Da tritt ein Monument des Skisports zurück"

Hermann Maier bei der Rücktritts-Pressekonferenz
Hermann Maier bei der Rücktritts-Pressekonferenz ©APA
Gesammelte Reaktionen auf das Karriereende von Hermann Maier:
Unglaubliche Karriere im Rückblick
Steckbrief Hermann Maier
Karriere in Bildern
Der Sturz in Nagano
Die besten Sprüche
Hermann Maier hört auf

Norbert Darabos (Österreichs Sportminister): “Viele österreichische Sportler sind im Laufe der letzten Jahrzehnte zu Weltstars geworden, Hermann Maier ist aber einer der ganz wenigen, der schon während seiner aktiven Zeit eine Legende war. Mehr als ein Jahrzehnt hat er die nationale und internationale Sportwelt stets in Atem gehalten, sei es durch seinen kometenhaften Aufstieg Ende der 90er Jahre vom Maurer zum Gesamtweltcupsieger, sei es durch sein Doppelgold bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998 inklusive seines Horror-Sturzes bei der Abfahrt oder durch seine atemberaubenden Comebacks nach schweren Verletzungen. Wie Hunderttausende andere Sportfans in Österreich bin ich Hermann Maier für seine Leistungen, die er für unser Land erbracht hat, dankbar. (…) Seine Popularität und Vorbildwirkung reichte aber immer weit über seinen ureigentlichen Wirkungskreis hinaus.”

Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): “Eine einzigartige Karriere geht zu Ende, so etwas gibt es sehr, sehr selten. Wir vom ÖSV sind stolz, dass Hermann Maier Teil unseres Teams war. Solche Emotionen wie heute bei seinem Abschied hätte ihm niemand zugemutet, daran hat man gesehen, wie sehr er diesen Sport gelebt hat und mit welchem enormen Einsatz er dabei war.”

Niki Lauda (dreifacher Formel-1-Weltmeister): “Für mich war Hermann Maier der größte Skirennläufer in der Geschichte. Normal gewinnen kann jeder. Aber er war einzigartig mit seiner ganzen Geschichte, den Siegen, dem Sturz, dem Motorrad-Unfall, und dann wieder mit den Siegen. Einen Hermann Maier kann man nicht ersetzen. Aber der Sport ist brutal und die Nächsten werden auf ihre Art weitermachen, der Sport wird mit anderen Typen weiter gehen.”

Benjamin Raich (ÖSV-Läufer, Weltcup-Gesamtsieger 2006, Doppel-Olympiasieger): “Ich habe es auch erst kurzfristig erfahren und kann es noch gar nicht glauben. Ein Weltcup ohne Hermann ist für mich nicht vorstellbar, denn seit ich fahre, ist der Hermann immer da gewesen. Für mich war er auch insofern ein Vorbild, dass er so konsequent seinen Weg gegangen ist.”

Stephan Eberharter (Ski-Olympiasieger): “Seine Entscheidung ist die einzige richtige, er ist der Kapitän in seinem Leben. Er war einer der erfolgreichsten österreichischen Skifahrer, was er sportlich erreicht hat, ist schwer zu erreichen. Aber es gibt auch den Spruch: Der König ist tot, es lebe der König. Heuer wird viel über Hermann geredet werden, aber es werden Neue begeistern mit ihren Künsten, ihren Erfolgen, ihren Duellen.”

Maria Riesch (deutsche Slalom-Weltmeisterin): “Das haut mich glatt um! Ich bin wirklich total überrascht, da ich zuletzt gehört hatte, es gehe ihm gut und er freue sich auf die Saison. Der Rücktritt von Hermann Maier ist ein Verlust für den alpinen Skirennsport. Er war einfach über viele Jahre der absolute Top-Star und eine starke Persönlichkeit im Skizirkus.”

Rainer Salzgeber (Head-Renndirektor): “Ich bin sehr überrascht. Ich habe vergangene Woche nach den ersten Skitagen zwei-, dreimal mit ihm telefoniert. Er war sehr motiviert, es hat ihm extrem getaugt, er hatte ein gutes Gefühl. Für mich hat es vordergründig nicht wirklich so geklungen (nach Abschied/Anm.), aber gewisse Meldungen haben mich nachdenklich gemacht. Ich habe mit den Trainern geredet, es war auch für sie überraschend. Im Skisport gibt es super Athleten, aber nicht extrem viele herausragende Persönlichkeiten, die sich abgrenzen. Diese Typen machen den Sport interessant. Hermann war einer, der seinen Weg gegangen ist. Das hat ihn ausgemacht.”

Kjetil Andre Aamodt (Ex-Skistar aus Norwegen): “Er ist ein fantastischer Sportler und Alpinist. Er war nicht der Einfachste zu schlagen. Es ist ein trauriger Tag für den alpinen Skisport, wenn ein so großer und bekannter Läufer aufhört”, streute Aamodt seinem langjährigen Erzkonkurrenten im norwegischen Rundfunk NRK Abschiedsblumen. Aamodt betonte auch Maiers “Killerinstinkt” und das Comeback Maiers: “Diese Leistung war ganz fantastisch.”

Luc Alphand (Ex-Skistar aus Frankreich/Gesamtweltcupsieger 1997): “Er ist ein fabelhafter Mann, ein herausragender Athlet. Er hat den Sport mit Hingabe betrieben, arbeitete mit 120 Prozent. Was ihn als Menschen betrifft, da gab es zwei Hermann Maiers: Vor dem Motorrad-Unfall war er ein Holzfäller, er war allein, schien zurückgezogen. Nach dem Unfall war er offener, menschlicher. Er hat die richtige Entscheidung getroffen, es ist Zeit. Da tritt ein Monument des Skisports zurück. Die Duelle mit Bode Miller waren aufregend.”

Rainer Schönfelder (ÖSV-Läufer, Slalom-Weltcupsieger 2004): “Das ist für den Skisport schon ein zeitgeschichtlicher Moment, wenn der Hermann abtritt. Jeder vermisst liebgewonnene Kollegen, wenn sie nicht mehr in der Firma sind. Hermann ist der Größte. Gelernt haben wir alle viel von ihm und durch ihn. Er hat jahrelang den Sport dominiert, aber intern hat er nie mehr zu sein versucht als halt ein guter Skifahrer.

Nach seinem tollen Comeback nach dem Unfall hab ich ihn einmal bei einem Trainingskurs aus Spaß gefragt: ,Hermann, ich muss bei meiner Dachterrasse zwei Kamine verputzen lassen – was kostet das?’ Er hat nix gesagt. Und ich hab mir gedacht: ,Ui, hoffentlich ist er jetzt nicht sauer.’ Nach einer halben Stunde ist er gekommen und hat gesagt: ,Wie viele Quadratmeter sind es denn?’ Ich hab gesagt: ,15.’ Er hat wieder geschwiegen. Und ist nach einer halben Stunde mit einer fertigen Berechnung und wertvollen Tipps dagestanden.”

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