Cyndi Lauper mit wenigstens starkem Finale bei Wien-Debüt

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Cyndi Lauper gab ein Konzert in Wien - zum ersten Mal! Leider wartete auf die Fans im Gasometer eine eher weniger mitreißende Darbietung. Erst ganz am Schluss wetzte der Star mit den beiden Top-Hits die Scharte aus.

Cyndi Lauper hat erstmals in Wien ein Konzert gegeben: “Girls Just Want To Have Fun” trällerte die 55-Jährige am Donnerstagabend im Gasometer mit solcher Freude und Inbrunst dem dankbaren Publikum entgegen, als wäre noch immer das Jahrzehnt der 80er und die Popikone noch immer ein Trendsetter. Und dann folgte ein wunderbar gesungenes, stimmiges “True Colors” (wenn auch ohne den markanten Congas). Leider waren das die beiden Schlusspunkte im Programm und die vorangegangenen Minuten über weite Strecken zum Vergessen…

Erstaunlich viele Menschen wollten das Comeback von Frau Lauper, die mittlerweile die bunten Outfits gegen schlichtes Schwarz gewechselt hat, miterleben. Und erstaunlich gut gelaunt beklatschte die Menge das Vorhaben der verkrampft wirkenden New Yorkerin, begleitet von einer mit professioneller Gelassenheit aufspielenden Band, nicht nur die Vergangenheit aufleben zu lassen. Allerdings wirkte das gebotene Material vom aktuellen, weniger wichtigen Dance-Album “Bring Ya To The Brink” (Sony BMG) unausgegoren, holprig und oft schlicht langweilig. Es plätscherte ohne Höhepunkte dahin, höchstens die alten Hits “She Bop” und “Money Changes Everything” konnten ein bisschen frischen Wind hineinbringen.

Allerdings: Das einst groovende “She Bop” verkam zu einer Mid-Tempo-Nummer, so wie es Lauper auf ihrem Akustikalbum aus dem Jahr 2005 interpretiert hatte. Das kann man durchaus in dieser Version mögen. Wirklich enttäuschend allerdings eine unmotivierte Fassung von “Time After Time” – hier vermisste man die Kraft des Originalarrangements. Bereits nach einer guten Stunde verschwand Cyndi Lauper mit ihren Musikern, unter ihnen ein Gitarrist, der aussah, als wäre er bei einer Duran-Duran-Coverband abgeworben worden, hinter dem Vorhang.

Mehr Power bei den Zugaben

Im Zugabenteil (der das Konzert um knapp 20 Minuten “verlängerte”) schien der Popstar aufgetaut. Die Performance wurde endlich spritzig, die Brücke zwischen einst und Gegenwart perfekt geschlagen. Mit Schwung steuerte Lauper dem Finale zu. Plötzlich waren auch die Texte zu verstehen, während davor die Stimme immer wieder unterzugehen drohte. Was man Cyndi Lauper zugutehalten muss: Sie präsentierte sich in einem Konzert, nicht mit einer dieser überbordenden Shows – und sie versuchte zumindest, sich selbst neu zu erfinden.

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