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Crawl - Kritik und Trailer zum Film

Wenn sich ein Hurrikan der Kategorie 5 der Küste Floridas nähert, stehen alle Zeichen auf Alarm. Die Durchsagen im TV tun ein Übriges: Man solle sich so schnell wie möglich mit seinen Liebsten aufmachen, Haus und Hof evakuieren. Haley indes, verkörpert von Kaya Scodelario, ignoriert die Warnungen und Anordnungen; sie möchte zunächst ihren Vater finden. Dieser liegt verletzt unter seinem Haus. Damit nicht genug, bekommt es Haley auch mit gefräßigen Alligatoren zu tun.

Der französische Regisseur von "Piranha 3D", Alexandre Aja, kehrt ins Wasser zurück, um eine Geschichte über einen Vater und seine Tochter zu erzählen, die in einem überschwemmten Haus voller Killeralligatoren gefangen sind. Es ist keine Komödie, aber "Crawl" findet Humor da, wo es eigentlich längst nichts mehr zum Lachen gibt. Ab Freitag im Kino.

Crawl: Kurzinhalt zum Film

Nachdem Regisseur Aja sich an hochkarätigen Filmen wie "Horns" (2013) und "Das neunte Leben des Louis Drax" (2016) versucht hat, kehrt er mit "Crawl" zu dem zurück, was er am besten kann: schlanke, trashige B-Movie-Kost. Konzeptionell ist der Film mit einem Drehbuch von Michael und Shawn Rasmussen ("The Inhabitants") nicht besonders originell, aber keine vernünftige Person geht in einen Film über Killeralligatoren und beschwert sich dann, dass es albern und übertrieben war.

Es ist ein bemerkenswert einfaches Setup, das dankenswerterweise nicht durch Nebenhandlungen oder unnötige Charaktere überladen ist und nach einer kurzen Einführung direkt in die Action springt. Ein Hurrikan wütet in Florida und setzt einen Strom aus Wind, Regen und blutrünstigen Alligatoren frei. Wie man sich vorstellen kann, sind Ajas Kreaturen keine gewöhnlichen Alligatoren: Sie sind Krokodile auf Steroiden, schnell und anscheinend auch ziemlich hungrig.

Der Film beginnt während eines Schwimmwettkampfes an der Universität von Florida, bei dem Haley (Kaya Scodelario) versucht, ihre Zeit zu verbessern, um ihr Stipendium behalten zu können (dieses Detail wird sich später natürlich als relevant erweisen). Da ruft Haleys besorgte Schwester an, weil ihr Vater (Barry Pepper) nicht erreichbar ist. Und weil es sich um einen Horrorfilm handelt, beschließt Haley gegen jedweden Hausverstand in den Süden zu fahren, um nach ihrem Vater zu sehen, der einst auch ihr Schwimmtrainer war.

Es ist die erste von vielen köstlich schlechten Entscheidungen. Der Weg zum Haus ihres Vaters ist gesperrt, aber Haley rast an den Polizisten vorbei und holt den Familienhund Sugar ab, bevor sie zu ihrem alten Familienheim weiterfährt. Ihr Vater hat sich anscheinend entschlossen, den Sturm dort zu überstehen, aber als Haley ihn findet, ist er verletzt und im Keller unter dem Haus gefangen. Der riesige Alligator, der ihn verwundet hat, ist immer noch da unten, und bald müssen Vater und Tochter um ihr Leben schwimmen.

Crawl - Die Kritik

So einfach ist das. Es gibt gerade genug persönliches Drama, um dem Publikum einen guten Grund zu geben, sich auf die Charaktere einzulassen. Ansonsten ist alles nur ein erstklassiger Spaß. Erfrischend ist auch der Dreh- und Angelpunkt einer jungen Frau, die versucht, ihren Vater zu retten - und nicht umgekehrt, wie es oft in Katastrophenfilmen der Fall ist.

Alexandre Aja, der mit dem Horrorfilm "High Tension" (2003) inzwischen Kultstatus erreicht hat und dessen amerikanische Arbeit von einem ziemlich guten Remake von "The Hills Have Eyes" (2006) bis zum unterhaltsamen "Piranha 3D" (2010) reicht, greift auf die Wurzel des B-Movies zurück und demonstriert vor allem einen köstlich dunklen Sinn für Humor. Haley und ihr Vater müssen sich um eine fast absurde Reihe von Fleischwunden und abgetrennte Gliedmaßen kümmern, während sie ihre Familienprobleme durcharbeiten.

Der Regisseur baut häufig Spannung durch bedrohliche Blicke auf die Reptilien auf, die durch das dunkle Wasser schwimmen und deren Rücken kaum sichtbar sind, wenn sie ihre Beute umkreisen. Er hält sich an die alte "Jaws"-Regel, seine Monster nicht zu sehr zu zeigen, was gut ist, weil die CGI-Alligatoren zugegebenermaßen in ihren Nahaufnahmen nicht allzu überzeugend aussehen.

Wenn man länger als drei Sekunden über die Geschehnisse nachdenkt, wird man jede Menge logische Inkonsistenzen finden. Aber warum sich in Details verbeißen und sich den Spaß verderben?

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(APA/Red)

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