Courage - Kritik und Trailer zum Film

Der Dokumentarfilm "Courage" erzählt vom Mut der Abertausenden, die seit der gefälschten Wahl am 9. August 2020 allwöchentlich auf die Straßen Weißrusslands gehen und für ein freies Land eintreten. Der Film spricht aber auch vom Mut der drei Protagonisten, der Schauspieler Maryna, Pavel und Dennis, die ihr Gesicht und ihre Meinung offen zeigen, und vom Mut des Regisseurs, der sich mit seinen Kameraleuten Tanya Haurylchyk und Jesse Mazuch an den Demonstrationssonntagen bis an die abweisende Front von Polizei und Demonstration vorgewagt hat.

"Ruhm den Siegern" steht in großen Lettern auf einem Haus an einem zentralen Platz in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Es sind wohl andere Sieger gemeint. Der Ruhm gebührt vielmehr den Abertausenden, die allwöchentlich gegen Diktator Lukaschenko demonstrierten. Der Dokumentarfilm "Courage" des aus Belarus stammenden und in Deutschland lebenden Aliaksei Paluyan, kommt nach der Weltpremiere auf der Berlinale nun am Freitag ins Kino.

Courage - Kurzinhalt zum Film

"Courage": der Filmtitel ist Programm. Denn er erzählt vom Mut der Abertausenden, die seit der gefälschten Wahl am 9. August 2020 allwöchentlich auf die Straße gingen und für ein freies Land eintraten. Der Film spricht aber auch vom Mut der drei Protagonisten, der Schauspieler Maryna, Pavel und Dennis, die ihr Gesicht und ihre Meinung offen zeigen, und vom Mut des Regisseurs, der sich mit seinen Kameraleuten Tanya Haurylchyk und Jesse Mazuch an den Demonstrationssonntagen bis an die abweisende Front von Polizei und Demonstration vorgewagt hat.

Maryna ist verheiratet und hat ein Kleinkind. Dennoch geht sie mit ihrem Mann zu den Demonstrationen. Auch Pavel schwenkt dort die weiß-rot-weiße Fahne als Ausdruck des Freiheitswillens. Selbst Dennis macht mit, der für Filmaufnahmen nicht mehr engagiert wird, weil er auf einer schwarzen Liste steht.

Anfangs ist es der geballte Zorn der um die Gerechtigkeit Betrogenen. "Schande, Schande" rufen sie in Sprechchören wegen des Wahlbetrugs vom letzten Sommer. Staatschef Lukaschenko lässt seit Jahren die Wahlen fälschen, dass sich die Balken biegen. "Ihr habt einen Eid geleistet", gellt es den Uniformierten entgegen, denen die Demonstranten Blumen an die Schilde stecken.

Langsam rückt die Staatsmacht vor, greift härter durch als bisher. Verzweifelte hämmern an die Eisentore der Gefängnisse. Der Protest organisiert sich, sucht Namen der Verschwundenen, sucht nach Informationen. Es herrscht große Solidarität in der unüberschaubaren Menge. Ein friedliches Volk, dem es nun endgültig reicht.

Nach mehreren Demonstrationssonntagen, Lukaschenko setzt auf Durchsitzen und Auslaufen der Proteste, macht sich auch Niedergeschlagenheit breit. Nervös skypt Pavel mit einem Regisseur im Londoner Exil, ob es einen Plan B gibt, sollte ihm signalisiert werden, dass er demnächst "Besuch" erhalten werde.

Courage - Die Kritik

"Courage" ist das Fleisch zu den dürren Fernseh-Flashes, die uns in den Abendnachrichten erreichen, macht die Demonstrationen und die brutalen Einsätze der Exekutive plastisch. Zwar liegt eine bleierne Schwere über dem sonst so ordentlichen Land, deren Bewohner einst als die Preußen der Sowjetunion galten und wo der Geheimdienst immer noch so heißt wie damals. Doch diesmal war es ihnen endgültig zu viel.

Der Film wechselt abrupt zwischen laut und leise, zwischen Öffentlichkeit und Intimität daheim. Er zeigt ein bewundernswertes Volk, das mit großer Selbstdisziplin für eine freie Heimat kämpft, ein Volk mit unglaublicher Zivil-"Courage". Uns kann der Streifen aufrütteln, dieses Volk nicht zu vergessen.

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(APA/Red)

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