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Coronavirus-Verdachtsfall an Wiener Schule: Schulsperre für Hacker (SPÖ) übertrieben

Das Gymnasium in Wien-Josefstadt wurde nach dem Verdachtsfall gesperrt.
Das Gymnasium in Wien-Josefstadt wurde nach dem Verdachtsfall gesperrt. ©APA
Für den Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ist die Sperre der AHS in der Albertgasse in Wien-Josefstadt wegen eines Corona-Verdachtsfalls "ein bissl übertrieben".
Coronavirus-Verdachtsfall in Wiener Schule
Bilder vom Einsatz

Solche Entscheidungen dürften nur auf Basis von Testergebnissen fallen, kritisierte Hacker gegenüber der APA das Bildungsministerium.

Coronavirus-Verdachtsfall an Wiener Gymnasium

"Da hat offensichtlich der Generalsekretär im Unterrichtsministerium die eigene Botschaft 'Keine Panik' übersehen", so Hacker. Es könne nicht sein, dass "panikhaft" Polizisten losgeschickt werden, um eine Schule zu sperren. Es gebe in Wien 700 Schulen und derzeit allein 13.000 Menschen mit gemeldeter Grippe, so Hacker. Er wolle gar nicht hochrechnen, wie viele davon wahrscheinlich Lehrer oder Eltern von Kindern sind. "Daher müssen die Maßnahmen, die wir in solchen Situationen setzen, immer mit Maß und Ziel erfolgen."

Weitere Fehler dürfen nicht passieren

"Es ist notwendig, dass auf Bundesebene wieder die Ordnung hergestellt wird und laut dem Bundesepidemiegesetz ist der Gesundheitsminister der Zentralkommandierende und nicht irgendwelche Generalsekretäre in irgendwelchen Ministerien." Er lasse das als "Fehler der ersten Stunde" durchgehen, "aber weitere solche Fehler dürfen nicht passieren".

In einer Situation wie der aktuellen sei Ordnung die oberste Prämisse, darin sei er sich mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) offensichtlich auch einig. Mit diesem sei deshalb ausgemacht, dass dieser noch heute einen Erlass ausgibt, in dem klargestellt, wie die Informationskette und Entscheidungswege bei Verdachtsfällen an den Schulen auszusehen hat. "Die Informationskette landet in jedem Fall beim Gesundheitsminister", so Hacker. Dieser entscheide dann auf Basis der Testergebnisse, aber nicht auf Verdacht.

"800 Kinder an einer Schule einzusperren ist übertrieben"

Wenn in einem Fall jemand sicherheitshalber getestet werde, mache es Sinn, die Kinder in häusliche Pflege zu schicken und ihnen zu sagen, dass sie auf keine Spielplätze, in Kinos oder an andere öffentliche Orte gehen sollen, bis es weitere Informationen gibt. "Aber 800 Kinder an einer Schule einzusperren und zu sagen: Jetzt warten wir einmal, was beim Test herauskommt, ist übertrieben." Zu solch drastischen Maßnahmen solle man erst greifen, wenn überhaupt sicher sei, dass es überhaupt einen Corona-Fall gibt.

(APA/Red)

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