Coronavirus: Diese Falschmeldungen machen derzeit die Runde

Rund um das Coronavirus gibt es viele Fake News.
Rund um das Coronavirus gibt es viele Fake News. ©pixabay.com
Rund um das Thema Coronavirus schwirren auch Falschmeldungen in Sozialen Netzwerken oder auf WhatsApp umher. Es gilt: Zuerst prüfen, dann teilen. Diese Fake News machen im Moment die Runde.

Video aus "leerer" Klinik

Kein Ende gibt es für Verharmlosungen des Coronavirus: Auch in dieser Woche war es wieder ein Video, das sich diesmal besonders oft via WhatsApp verbreitet hat. Zu sehen ist ein Mann, der in einem leer wirkenden Berliner Krankenhaus steht und behauptet, es sei "gar nichts los". "Das Video erweckt also den Eindruck, als existiere die Coronakrise nicht im berichteten Ausmaß", so Digital-Expertin Ingrid Brodnig. Wie ein Faktencheck des ZDF ergab, stand der Mann allerdings in einem anderen Teil der Klinik und nicht an jenem Ort, der als Untersuchungsstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle genutzt wird. "Die Gefahr ist, dass jetzt Leute Krankenhäuser aufsuchen, von sich Videos dort machen, nur dort stehen, wo gar keine Corona-Patienten untergebracht sind, und behaupten, es sei nichts los", warnt Brodnig vor einem möglichen Trend.

Abschaffung des Bargelds

Nach wie vor wird in bestimmten Kreisen das Thema Bargeldabschaffung weiter heiß diskutiert. Postings zum Thema sind laut Brodnig "sehr sichtbar". So werde seit Wochen die These vertrieben, die aktuelle Coronakrise würde genutzt, um das Bargeld abzuschaffen. In einschlägigen Posts heißt es zum Beispiel: "Corona macht möglich, das Bargeld unter dem Vorwand von Ansteckung abzuschaffen". Einige Behauptungen suggerierten, als gäbe es einen geheimen Plan, das Bargeld abzuschaffen. "Aber es gibt keinen Beleg, dass Österreich allen Ernstes die Bezahlung mit Bargeld beenden will", hält Brodnig dagegen. Es sei derzeit einfach so, dass aus Vorsicht und um die Nähe zum Personal in Geschäften zu verringern, viele Menschen kontaktlos bezahlen (und auch via Aushang dazu aufgerufen werden). "Die aktuelle Situation wird nun von Akteuren genutzt, die Angst vor einem Ende des Bargelds wecken wollen." Bargeld werde von vielen Bürgern genutzt, weshalb es nun besonders beliebt sei, "in der jetzigen Situation den Eindruck zu erwecken, es gäbe irgendwelche dunklen Pläne", so Brodnig.

Stimmungsmache gegen Flüchtlinge

Gleich einige Beispiele zeigen laut Brodnig, dass die aktuelle Krise dazu genutzt wird, um Stimmung gegen Geflüchtete zu machen. Etwa werden von Usern veraltete Videoaufnahmen verbreitet, die nun in einen neuen - falschen - Kontext gesetzt würden. Die Faktencheck-Plattform Mimikama hat das an einem Video aufgezeigt, wie Brodnig erläutert: "Man sieht einen Mann, der auf Obst spuckt und dann geschlagen wird. Dazu heißt es, dieser Mann sei ein Asylwerber - das Video ist aber mindestens älter als zehn Monate, es zeigt dementsprechend nicht die aktuelle Coronakrise. Auch die Hintergründe dieser Aufnahme sind unklar."

In Postings werde derzeit etwa die These verbreitet, dass Asylwerber nach Österreich "strömen" würden. Überdies kursieren weitere Behauptungen, dass die Ausgangsbeschränkungen nur ein Vorwand seien, um beispielsweise die Ankunft von 20.000 Flüchtlingen zu verschleiern. Hier reagierte die Polizei in München mit einem aufklärenden Tweet.

Falsche Kettenbriefe

Weiterhin sorgen auch Kettenbriefe mit angeblichen Gesundheitsempfehlungen für Aufregung. In den WhatsApp-Sprachnachrichten geht es um angebliche Heilmethoden gegen das Coronavirus. Derzeit kursieren etwa Empfehlungen, sich mit der Einnahme von Vitamin D oder Vitamin C vor einer Erkrankung zu schützen. "Die WHO sagt, es gibt kein bekanntes Gegenmittel und Impfung. Jeder, der derzeit was anders behauptet, agiert nicht in Einklang mit den gesicherten Informationen der Gesundheitsorganisationen", so Brodnig. "Hier ist größte Vorsicht geboten." Ein weiterer Fall ist laut Brodnig besonders kurios: So wird in einem Kettenbrief mit guten Absichten von Menschen gespielt: Sollten diese auf einen Video-Link, der zu einem Lied des Sängers Roby Facchinetti führt, klicken, würde Geld an das Krankenhaus von Bergamo gespendet werden. Das Video hält derzeit bei 7,6 Mio. Aufrufen, während andere Lieder des Sängers nur wenige tausend Aufrufe verzeichnen. Der Account scheint authentisch zu sein, unklar ist jedoch laut Brodnig, wer den Aufruf gestartet hat. Der Sänger selbst dementierte jedenfalls, dass es für die Video-Aufrufe Spenden gibt.

(APA/red)

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