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Coronakrise: Menschen schätzen den verringerten Verkehr

Durch die Coronakrise nahm der Verkehr - her die Europabrücke in Tirol - spürbar ab.
Durch die Coronakrise nahm der Verkehr - her die Europabrücke in Tirol - spürbar ab. ©APA/DÉNES SZÉCHÉNYI
Der Verkehrsrückgang während der Corona-Pandemie wird in einer Umfrage als positivster Effekt der Krise gesehen. Die leeren Straßen ziehen jedoch auch Raser an, die zur Gefahr werden können.

Die Österreicher fühlen sich durch den Verkehrsrückgang wegen der Coronavirus-Pandemie sicherer auf den Straßen. Rund 45 Prozent der Befragten sahen das in einer Umfrage in den ersten Wochen der Ausgangsbeschränkungen so, berichtete das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Freitag. Sogar mehr als die Hälfte nannte den spürbar geringeren Verkehr als positivsten Effekt der Krise.

An zweiter Stelle wurde von jeder siebenten Person (13,6 Prozent) die plötzliche Ruhe als Vorteil hervorgehoben und eine geringere Umweltbelastung und bessere Luft angemerkt. Im Durchschnitt hatten die Befragten den Eindruck, dass der Straßenverkehr um 60 Prozent abgenommen hat, ging aus der KFV-Aussendung hervor. Befragt wurden 1.304 Personen ab 14 Jahren.

Weniger Autofahrer auf den Straßen

Nach eigenen Angaben waren mehr als zwei Drittel (69,4 Prozent) der Autofahrer seltener oder nie mit dem Pkw unterwegs, beim Mitfahren waren es beinahe 85 Prozent. Gleich geblieben ist der Anteil jener, die vorzugsweise zu Fuß unterwegs sind. Knapp 58 Prozent der Menschen schätzten die Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, wesentlich geringer ein als in der Zeit vor den Ausgangsbeschränkungen.

Von 1. Jänner bis 13. April 2020 gab es 79 Verkehrstote im österreichischen Straßennetz (vorläufige Zahl, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 84 Todesopfer. Daraus lassen sich laut KFV "noch keine allzu positiven Schlüsse" ziehen. "Für viele Menschen ist die aktuelle Situation sehr belastend und erzeugt Stress. Das kann im Straßenverkehr ablenken und sogar aggressiv machen - und das kann wiederum zu Unfällen führen", warnte Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV.

Auch Raser unterwegs

Einige Fahrzeuglenker nützen die freieren Straßen unterdessen als Freibrief zum Rasen. Rund vier Prozent der Befragten gaben offen zu, Wege so schnell wie möglich hinter sich bringen zu wollen und dabei auch nicht so genau auf die Verkehrsregeln zu achten. Noch mehr - nämlich 14,5 Prozent - hatten den Eindruck, dass mehr Raser unterwegs waren.

(APA/red)

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