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Coronahilfen werden laut Berater auch auf Rücken der Sparer finanziert

Die Coronahilfen werden laut dem Berater auch auf dem Rücken der Sparer finanziert.
Die Coronahilfen werden laut dem Berater auch auf dem Rücken der Sparer finanziert. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Laut dem Berater Andreas Kreutzer werden die Coronahilfen auch auf dem Rücken der Sparer finanziert. Er kommt zu diesem Schluss, da die Inflation in Österreich höher als in anderen westlichen EU-Ländern ist.

"Auch wenn die Bundesregierung es nicht eingesteht, die Coronahilfen werden auch am Rücken der Sparer finanziert", sagt Andreas Kreutzer vom Berater Kreutzer Fischer & Partner. Diesen Schluss argumentiert er damit, dass die Inflation in Österreich auch heuer stärker anzieht, als in anderen westlichen EU-Ländern. Vergleichsweise gehe aber auch die Wirtschaftsleistung rascher zurück als in östlichen EU-Ländern mit einer noch höheren Teuerung.

Hierzulande würde in Inflation "beinahe ungebremst" wachsen

Bei der Verteilung von Hilfsmilliarden bleibe es nahezu unbemerkt, dass zwischenzeitlich die Inflation hierzulande "beinahe ungebremst" wachse. In allen anderen westlichen Ländern Europas verliere der Preisauftrieb aber deutlich an Fahrt, so Kreutzer.

In den ersten drei Quartalen 2020 stiegen die Konsumentenpreise in der EU durchschnittlich um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den westlichen Ländern Europas waren es nur 0,4 Prozent. In Österreich erhöhte sich die Inflation im Vergleichszeitraum indessen um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit rascher als in allen anderen westlichen Volkswirtschaften.

Grad der Geldentwertung auch in den Niederlanden und Norwegen hoch

Lediglich in den Niederlanden und in Norwegen war der Grad der Geldentwertung mit 1,2 Prozent annähernd so hoch wie in Österreich. Spanien, Italien und die Schweiz meldeten eine Deflation. Deutschland, Frankreich und Schweden verzeichneten einen Preisanstieg um durchschnittlich 0,7 Prozent.

Hinsichtlich der Inflationsdynamik reihe sich Österreich damit unter die Länder Osteuropas, meint Kreutzer, allerdings bei gleichzeitig vergleichsweise rascherem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Denn wenngleich etwa in Polen die Konsumentenpreise in den ersten neun Monaten um 3,7 Prozent anzogen, sank die reale Wirtschaftsleistung (BIP) im ersten Halbjahr nur um 3 Prozent, in Österreich hingegen um 8,9 Prozent. In Rumänien erhöhten sich - bei einem Rückgang des BIP um 4 Prozent - die Preise in den ersten drei Quartalen um 2,5 Prozent. Und selbst Ungarn komme diesbezüglich bisher alles in allem besser durch die Krise als Österreich, mit einer Rezession von 5,7 Prozent und einem Preisauftrieb von 3,6 Prozent, so der Berater.

Österreicher sparen heuer besonders stark

Gespart wird in Österreich zurzeit besonders stark. Nach einer Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts verdoppelt sich die Sparquote heuer auf 15 Prozent des verfügbaren Einkommens.

(APA/Red)

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