Corona: Weltbank warnt vor noch schlimmeren Folgen für Bildung

Eine Warnung vor noch schlimmeren Konsequenzen für die Bildung kommt von der Weltbank.
Eine Warnung vor noch schlimmeren Konsequenzen für die Bildung kommt von der Weltbank. ©APA/HARALD SCHNEIDER (Symbolbild)
Der Effekt der Corona-Pandemie auf die Schulbildung von Kindern weltweit ist schlimmer als erwartet. Auch 21 Monate nach Pandemie-Beginn blieben die Schulen für Millionen von Kindern geschlossen, kritisiert die Weltbank.

Die Kritik wurde in einem am Montag veröffentlichten Bericht geäußert. "Einige werden vielleicht nie wieder zur Schule gehen." Dieser "Lernverlust" für viele Kinder "ist moralisch inakzeptabel".

Mögliche Konsequenz von Corona-Pandemie

Als konkrete Folge der Pandemie könnte der Anteil der Kinder, die im Alter von zehn Jahren nicht in der Lage sind, einen einfachen Text zu lesen und zu verstehen laut Weltbank auf fast 70 Prozent steigen. Zuvor lag dieser Anteil wegen schlechter Bildungschancen in vielen Ländern bereits bei rund 50 Prozent.

Die Finanzexperten der multinationalen Entwicklungsbank gehen davon aus, dass den heute von Schulschließungen betroffenen Kindern dadurch im Laufe ihres Lebens insgesamt rund 17 Billionen Dollar entgehen. Im vergangenen Jahr hatte die Weltbank diese zu erwarteten finanziellen Einbußen noch auf zehn Billionen Dollar beziffert.

Wer stärker vom Unterrichtsausfall betroffen ist

Die Untersuchungen der Weltbank ergaben zudem, dass ärmere und behinderte Kinder ungleich stärker vom Unterrichtsausfall betroffen sind. Ihnen wurde im Schnitt deutlich seltener die Möglichkeit einer Umstellung auf Fernunterricht angeboten. Auch Mädchen gehören im Allgemeinen zu den größten Bildungsverlierern wegen der Pandemie.

Regierungen weltweit haben billionenschwere Konjunkturmaßnahmen ergriffen, um ihre Volkswirtschaften vor der Corona-Krise zu schützen. Doch weniger als drei Prozent dieser Mittel seien in die Bildung gesteckt worden, beklagt die Weltbank. Demnach leben über 200 Millionen Schulkinder in Ländern, die nicht über die Mittel verfügen, um den Ausfall von Präsenzunterricht durch Fernunterricht auszugleichen.

(APA/Red)

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