Corona-Szenarien berechnet: Ab wann es auf Intensivstationen brenzlig wird

Männer mussten während der Pandemie bislang öfter intensivmedizinisch betreut werden.
Männer mussten während der Pandemie bislang öfter intensivmedizinisch betreut werden. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Wieviele tägliche Corona-Neuinfektionen die Intensivstationen des Landes an ihre Grenze bringen würden, zeigt eine Berechnung der Gesundheit Österreich GmbH. Dabei spielen das Alter sowie der Impfstatus der Infizierten eine Rolle.
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Laut einem am Dienstag aktualisierten Fact-Sheet der Gesundheit Österreich GmbH, waren mit Stand 8. Oktober 10,5 Prozent der 2.102 Intensivbetten in Österreich mit Covid-Patienten belegt. Das sind 221 der 475 für Corona-Fälle vorgesehenen Plätze. 183 weitere Intensivbetten wären innerhalb von sieben Tagen bereitstellbar.

Zwei Szenarien für Corona-Auslastung der Intensivbetten

Anhand zweier Szenarien wurde berechnet, wann die Intensivstationen mit 33 Prozent Covid-Belegung an ihre kritische Grenze geraten. Das erste geht von einer Verbreitung entlang der Alsterstruktur der Gesamtbevölkerung aus. Hier liegt die Grenze bei 5.151 täglichen Fällen über mehrere Wochen hinweg, wonach mit einem entsprechenden Zeitverzug das Drittel der ICU-Units belegt wäre.

Das zweite Szenario geht von einer Verbreitung entlang der jüngeren Altersstruktur der Nichtimmunisierten aus, also weder geimpft noch genesen. Hier wären 10.905 tägliche Neuinfektionen möglich, bis es für die Intensivstation brenzlig wird.

Männer häufiger auf Intensivstationen betreut

Während der Pandemie wurden 1,35 Prozent der positiv Getesteten intensivmedizinisch betreut, wobei Männer mit 1,76 Prozent eine um 83 Prozent höhere Rate aufwiesen als Frauen (0,96 Prozent). Der Altersschnitt auf den Intensivstationen war bis Ende August 2021 mit 66 Jahren von älteren Altersgruppen dominiert und sank zuletzt bei den im August 2021 entlassenen Patientinnen und Patienten auf 58 Jahre. Grund dafür sind die höheren Durchimpfungsraten der Älteren.

Durchschnittlich verbrachten die Patienten 13,3 Tage auf Intensivstationen (bei Analyse der Aufnahmen bis 30.7.2021). In der zweiten Epidemie-Welle wurden in nahezu allen Altersgruppen kürzere Belagsdauern verzeichnet.

Höchste Sterberate bei Intensiv-Patienten in zweiter Corona-Welle

Rund 36 Prozent der Patientinnen und Patienten in Intensivbetreuung sind bis Ende Juli 2021 verstorben, wobei die Mortalität in der zweiten Epidemie-Welle in nahezu allen Altersgruppen am höchsten war. Dies entspricht einem Anteil von 30 Prozent an allen bis Ende August 2021 Verstorbenen Covid-Kranken. 55 Prozent der Corona-Toten wurden ausschließlich auf Normalstationen gepflegt.

(APA/Red)

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