Corona: Rund 74.000 Jobs gingen durch Pandemie verloren

Zehntausende Stellen gingen durch die Corona-Pandemie verloren.
Zehntausende Stellen gingen durch die Corona-Pandemie verloren. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Die Corona-Pandemie ist Österreich nicht gerade billig gekommen. Sie kostete der Unternehmensberatung Ernest & Young (EY) zufolge rund 74.000 Jobs.

Durch die Coronapandemie sind in Österreich rund 74.000 Stellen verloren gegangen. Auch die Arbeitslosenquote ist gestiegen und hat, im Gegensatz zu anderen Euro-Ländern, das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Im 10-Jahres-Vergleich ist Österreich das Land mit dem höchsten Anstieg der Arbeitslosenquote im Euroraum. Damit sind Österreich und Luxemburg die einzigen Länder mit einer negativen Bilanz, so die Unternehmensberatung Ernest & Young (EY) am Mittwoch.

Entwicklung der Beschäftigung vor Corona-Krise

Vor der Coronakrise sei die Beschäftigung in Österreich und im Euroraum insgesamt kontinuierlich gestiegen. Erst mit Ausbruch der Pandemie habe die Arbeitslosigkeit im gesamten Euroraum deutlich zugenommen. Während sich andere Länder derzeit bereits wieder im Aufschwung befinden, habe Österreich das Vorkrisenniveau bisher nicht erreicht: Die Arbeitslosenquote - nach internationalen Standards - stieg hierzulande im Jahresdurchschnitt von 4,8 Prozent im Jahr 2019 auf 6,3 Prozent 2021. Für 2022 rechnet EY mit einer Verbesserung der Situation und einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent, wie es in der Aussendung heißt.

Erwerbstätigenzahl ging im ersten Jahr der Corona-Pandemie zurück

In der Eurozone sank die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Pandemiejahr 2020 um 1,5 Prozent, das entspricht knapp 2,5 Mio. verlorenen Arbeitsplätzen. Im Jahr 2021 stieg die Anzahl der Beschäftigten aber bereits wieder um 1,3 Millionen, für 2022 wird ein Beschäftigungswachstum von 1,2 Prozent und damit ein neues Rekordniveau bei den Beschäftigten erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg zu Beginn der Pandemie 2020 von 7,5 Prozent auf 7,8 Prozent, 2021 erreichte sie 7,9 Prozent. Im Jahr 2022 soll die Arbeitslosigkeit mit 7,6 Prozent fast wieder auf Vorkrisenniveau sinken.

Weniger Arbeitslosigkeit

Trotz Pandemie haben es die meisten Länder in den vergangen zehn Jahren geschafft, ihre Arbeitslosigkeit zu senken. Vor allem jenen Länder, die nach der Finanzkrise mit besonders hohen Arbeitslosenzahlen zu kämpfen hatten, gelang die Trendwende: Spanien und Portugal verzeichnen in diesem Zeitraum einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um knapp 10 Prozentpunkte. Österreich und Luxemburg befinden sich am anderen Ende des Spektrums: Als einzige Länder im Euroraum weisen sie eine negative Bilanz im 10-Jahres-Vergleich auf. Die Arbeitslosenquote ist hierzulande von 2012 bis 2021 um 1,1 Prozent gestiegen, in Luxemburg betrug das Plus 0,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit war in Österreich allerdings bereits vor 10 Jahren geringer als in anderen Euro-Ländern.

Verschiedene Definationen von Arbeitslosigkeit

Die von EY berichteten Arbeitslosenzahlen stützen sich auf die Erhebungsmethode der International Labour Organization (ILO). Diese unterscheidet sich von den nationalen Berechnungen, die in Österreich vom AMS durchgeführt werden. Das liegt daran, dass Arbeitslosigkeit in den beiden Methoden unterschiedlich definiert wird. Die zuletzt vom AMS gemeldeten Arbeitslosenzahlen liegen höher als die hier beschriebenen.

(APA/Red)

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