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Corona-Pandemie verschärft Lage von Sexarbeitenden

Betroffene sind Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen ausgesetzt.
Betroffene sind Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen ausgesetzt. ©APA/BORIS ROESSLER/DPA
Jenes Netzwerk, das sich zur Unterstützung für Rechte der Sexarbeitenden in Österreich einsetzt, macht auf die coronabedingt verschärfte Lage von Betroffenen aufmerksam.

Sexarbeit ist in Österreich eine legale Tätigkeit, trotzdem sind diese Menschen Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen ausgesetzt, hieß es am Freitag in einer Aussendung anlässlich des gestrigen Internationaler Tage gegen Gewalt an SexarbeiterInnen.

Kaum Möglichkeiten auf Untersützungsleistungen

Im Unterschied zu anderen Selbstständigen fallen die Betroffenen nämlich oft durch sämtliche Sicherheitsnetze und haben kaum Möglichkeiten, staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Gründe dafür sind einerseits die Vorgehensweise von inländischen Banken, die sich weigern, Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern ein Girokonten zu gewähren. Andererseits müssen viele von ihnen nach wie vor ihre Steuern über ihre Betreiber zahlen und verfügen daher über keine eigene Steuernummer.

Ein weiteres Problem sind verdeckte Ermittlungen der Exekutive, bei der sich Polizeibeamte als Kunden ausgeben. Dies hätte laut dem Netzwerk bereits vor der Pandemie grobe Menschenrechtsverletzungen dargestellt und werde seit dem ersten Lockdown verstärkt weitergeführt.

Vollständige Entkriminalisierung von Sexarbeit gefordert

Das sieben Organisationen umfassende Netzwerk besteht sein zehn Jahren und bietet Beratungsstellen für und Selbstorganisationen von Sexarbeitern in Österreich an. Sie fordern erneut eine vollständige Entkriminalisierung der Sexarbeit durch die Anerkennung der Rechte von Betroffenen aus menschen- und arbeitsrechtlicher Sicht, sowie die Einbeziehung von Sexarbeitern und des Netzwerkes in Entscheidungsprozesse.

(APA/Red)

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