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Corona-Krise: Keine Engpässe bei Strom und Gas

Die Versorgung bei Strom, Gas und Wärme sei nicht in Gefahr.
Die Versorgung bei Strom, Gas und Wärme sei nicht in Gefahr. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die Energieanbieter geben in der Corona-Krise Entwarnung: Es wurden bereits vor längerer Zeit Schutzmaßnahmen getroffen und Notfallpläne bereitgelegt. Eine Versorgung mit Strom, Gas und Wärme ist auch in den nächsten Wochen gesichert.

Die heimischen Energieunternehmen halten auch in Zeiten der Coronavirus-Krise die Versorgung mit Gas, Strom, Wärme und Wasser aufrecht. Die Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter wurden erhöht und Notfallpläne aus den Schubladen geholt. Krisenstäbe tagen laufend. Die niederösterreichische EVN sieht von Abschaltungen ab, sollte jemand in Zahlungsverzug sein.

"Es muss sich niemand Sorgen machen, dass Licht oder Heizung nicht funktionieren", selbstverständlich laufe die Versorgung weiter, so Unternehmenssprecher Stefan Zach am Montag zur APA. Vor allem ältere Menschen, die ihre Bankgeschäfte noch persönlich erledigen, müssten dafür das Haus nicht verlassen und könnten später bezahlen. Für Kundenbesuche ist das EVN-Service-Center geschlossen, Kontakt ist jedoch per Telefon, E-Mail oder Internet möglich.

EVN isolierte 100 Mitarbeiter

Besonders scharfe Sicherheitsvorkehrungen gibt es für jene etwa 100 EVN-Mitarbeiter, die zum Schlüsselpersonal zählen. Sie werden von der Außenwelt weitgehend abgeschottet, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Das gelte für Schalt- und Steuerungszentralen für Strom, Gas, Wärme und fürs Personal in den Kraftwerken und Biomasseanlagen, so Zach im ORF-Radio. Weitere 500 Mitarbeiter seien für Wartungsarbeiten im Einsatz, um Mängel rasch beheben zu können.

Auch Wien Energie beliefert säumige Zahler weiter

Wie die EVN beliefert auch die Wien Energie in der Corona-Krise die Kunden weiter, auch wenn diese im Zahlungsrückstand sein sollten. Sämtliche Mahnungen würden mit sofortiger Wirkung gestoppt, hieß es am Montag. Es gebe weiterhin Strom und Wärme - solange die Krise andauere, werde es "garantiert keine Abschaltungen" geben, versicherte Geschäftsführer Michael Strebl.

Bei der Wien Energie wurden schon vorige Woche in den für die Versorgung kritischen Bereichen (z.B. Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen, Leitstellen und Warten) die Schichtpläne gemäß Notfallplänen angepasst. So dürfen sich Schichten nicht überschneiden, um Kontakte beim Schlüsselpersonal zu reduzieren. Es werden seit voriger Woche keine nicht betriebsnotwendigen Personen mehr auf die Werksgelände gelassen. So weit wie möglich werde in Home-Office gearbeitet. Für mögliche Quarantänefälle seien Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Gewisse Bereiche der Anlagen, etwa Krananlagen in den Müllverbrennungsanlagen, könnten teils automatisiert betrieben werden. Aktuell tagt wieder der Krisenstab.

Wien Energie: Servicezentren geschlossen

Bei der Wien Energie evaluiere ein interner Krisenstab laufend die aktuellen Rahmenbedingungen und setze dementsprechend Maßnahmen um, hieß es in einer Aussendung. Als Betreiber kritischer Infrastruktur sei man bestmöglich vorbereitet, um auch in einer Krise die Energieversorgung und die Müllverwertung sicherzustellen. Dafür seien gesunde Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nötig - mehr als 80 Prozent arbeiten von Zuhause oder sind freigestellt. Ziel sei es, die direkten sozialen Kontakte auch im wirtschaftlichen Bereich auf ein Minimum zu senken. Die Servicezentren Spittelau und Guntramsdorf seien geschlossen, aber weiter telefonisch oder via Internet erreichbar.

Die Energie AG Oberösterreich (EAG) hat ebenfalls - wie alle Versorger - Vorkehrungen getroffen, um die Belieferung mit Strom, Gas, Wärme, Wasser usw. sicherzustellen. Die Aufgaben der Einsatz-, Montage- und Technikerteams wurden auf ein Minimum reduziert, um Kunden und Mitarbeiter vor unnötigen Sozialkontakten zu schützen, Reserven für allfällige Spontaneinsätze und -reparaturen seien vorhanden, hieß es am Montag in den "OÖ. Nachrichten". Alle für heuer geplanten persönlichen Gas-Zählerablesungen wurden zugunsten der Selbstablesung und elektronischen Meldung ausgesetzt. Für alle Mitarbeiter der Abfallentsorgung wurden die Verhaltensregeln neu definiert, damit es auch hier zu keinen unnötigen Gefährdungen kommt. "Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, dass die Energieversorgung in Oberösterreich uneingeschränkt zur Verfügung steht", heißt es aus dem Unternehmen.

(APA/red)

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