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Corona-Joboffensive für über 100.000 Arbeitslose angelaufen

Arbeitsministerin appelliert an Arbeitslose, sich für Ausbildungen zu melden.
Arbeitsministerin appelliert an Arbeitslose, sich für Ausbildungen zu melden. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die mit 700 Mio. Euro dotierte Corona-Joboffensive inklusive Aus- und Weiterbildungen für über 100.000 Arbeitslose ist gestartet. Davon sind 426 Mio. Euro für 2021 vorgesehen.

"Wir müssen jetzt diese Zeit nutzen, um uns vorzubereiten, wenn die Konjunktur wieder anzieht", sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit AMS-Vorstand Johannes Kopf in Wien.

Aschbacher: Arbeitslose sollen sich beim AMS melden

Erneut appellierte Aschbacher an Arbeitslose, sich für Qualifizierungen und Umschulungen im Rahmen der Corona-Joboffensive beim Arbeitsmarktservice (AMS) zu melden. Die Corona-Arbeitslosigkeit, also der krisenbedingte Abstand zum Vorjahr, betrug zuletzt 79.000 Personen. Bis Jahresende erwartet die Arbeitsministerin einen Anstieg der krisenbedingten Arbeitslosigkeit um 20.000 Arbeitssuchende.

Die AMS-Stellen in den Bundesländern haben für die Corona-Joboffensive den regionalen Arbeitskräftebedarf bei Unternehmen erhoben, damit Schulungen in nachgefragten Bereichen angeboten werden. Im Bereich Elektronik/Digitale Technologie sollen 17.400 Personen eine Ausbildung erhalten, für Metallberufe werden rund 8.000 Personen qualifiziert und für Pflege-, Sozial- und Betreuungsberufe rund 7.400 Personen. Im Bereich Umwelt, Holz sowie Land- und Forstwirtschaft soll es für rund 3.200 Personen eine Ausbildung geben. Für 49.000 Arbeitslose sind Qualifizierungen im Bereich Handel, Gastronomie, Büro und fachspezifische Sprachausbildungen vorgesehen. Für 15.000 Personen gibt es eine Beschäftigungsförderung - etwa in einem sozialökonomischen Betrieb oder Unternehmensgründungsprogramm - oder eine Qualifizierung während der Kurzarbeit.

Corona-Joboffensive für 700 Mio. Euro

Die 700 Mio. Euro für die Corona-Joboffensive im Herbst/Winter 2020, 2021 und 2022 sind zusätzliche Mittel der türkis-grünen Regierung für das Arbeitsmarktservice (AMS), davon entfallen 485 Mio. Euro auf Qualifizierung, 102 Mio. Euro auf Beratungs- und Betreuungseinrichtungen sowie das Unternehmensgründungsprogramm, 58 Mio. Euro auf den Qualifizierungsbonus und 55 Mio. Euro auf Beschäftigungsförderung in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten. Das normale Förderbudget des Arbeitsmarktservice (AMS) für 2021 verbleibt wie heuer bei 1,2 Mrd. Euro. Die Förderung pro Arbeitslosen sei damit so hoch wie noch nie, so die Arbeitsministerin.

Auch AMS-Vorstand Johannes Kopf verwies darauf, dass Unternehmen wieder qualifizierte Arbeitskräfte brauchen, wenn die Coronakrise vorbei sei. "Es gibt eine fundamentale Grundregel in der Arbeitsmarktpolitik und die lautet: In der Krise sollst du schulen", sagte Kopf. Dies sei auch der Grund, warum die Arbeitslosen-Schulungen trotz der aktuell hohen Corona-Neuinfektionen derzeit teilweise mit physischer Anwesenheit und Maskenpflicht noch weiterlaufen. "Wir haben aus dem ersten Lockdown gelernt, dass wir viele Leute verlieren, wenn wir auf online umstellen", so der AMS-Chef. Es gehe nicht nur um die technische Ausstattung, sondern auch darum, dass benachteiligte Personen schlechter erreicht werden.

Das AMS Wien hat seit Juni mit den beauftragten Bildungsträgern ein Covid-Managementsystem aufgebaut. Bei aktuell über 30.000 Schulungsteilnehmern in Wien gebe es mit Stand heute Vormittag 74 positive Corona-Fälle, sagte AMS-Chefin Petra Draxl. Das BFI verwendet bereits Corona-Antigen-Schnelltest für Kursteilnehmer. Man werde dies "auf ganz Wien ausrollen", kündigte die AMS-Wien-Chefin an.

(APA/Red)

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