Corona-Jahr 2020 mit Rekordtief an Arbeitsunfällen

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist deutlich zurückgegangen.
Die Zahl der Arbeitsunfälle ist deutlich zurückgegangen. ©APA
2020 wurde Dank Corona-Maßnahmen wie Home Office ein Rekordtief an Arbeitsunfällen vermeldet. Die Unfälle gingen auf weniger als 75.000 zurück.

Die Corona-Maßnahmen wie Home Office haben 2020 zu einem Rekordtief an Arbeitsunfällen geführt. Wie die AUVA am Freitag in einer Aussendung bekannt gab, ging die Zahl von Unfällen von unselbstständig Erwerbstätigen auf weniger als 75.000 zurück, 2019 waren es noch knapp 100.000. "Unterjährig wurde der absolute Tiefstand der anerkannten Arbeitsunfälle im Dezember mit rund 3.000 erreicht", so die Versicherung.

Auch Berufskrankheiten um 30 Prozent zurückgegangen

Insgesamt wurden im Jahr 2020 von der AUVA 100.364 Schadensfälle anerkannt (minus 60 Prozent zum Vorjahr), davon 67.792 Arbeitsunfälle Erwerbstätiger und 22.441 Unfälle von in Ausbildung Befindlichen. Die Berufskrankheiten gingen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent auf 931 zurück.

Die normalerweise wichtigste Kennzahl, die Unfallrate - also die Relation zwischen der Anzahl der Arbeitsunfälle und der Anzahl der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - verlor "durch die Kurzarbeit sehr stark an Aussagekraft", so die AUVA. Wer demnach zum Beispiel nur 20 Prozent der normalen Zeit am Arbeitsplatz verbringt, ist auch nur in einem Fünftel der Zeit überhaupt in Gefahr, einen Arbeitsunfall zu erleiden.

Absolute Unfallzahlen in allen Wirtschaftszweigen gesunken

Die absoluten Unfallzahlen sanken 2020 in allen großen Wirtschaftszweigen. Der produzierende Sektor hatte im vergangenen Jahr insgesamt rund 4.000 Arbeitsunfälle weniger als 2019, im Bau waren es minus 2.743 und im Handel minus 2.705. Über 2.800 Arbeitsunfälle weniger entfielen auch auf die "Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen". Leider waren auch 2020 wieder Tote nach Arbeitsunfällen zu beklagen. Es verstarben im vergangenen Jahr 83 Menschen nach anerkannten Arbeitsunfällen, wobei das Unfalldatum auch in Vorjahren liegen kann.

Die überwiegende Anzahl der Wegunfälle sind regelmäßig Verkehrsunfälle. Nachdem die Corona-Lockdowns die Mobilität der Menschen in Österreich radikal reduzierten, gingen 2020 die Wegunfälle im Vergleich zum Vorjahr besonders deutlich zurück. Das geringere Verkehrsaufkommen durch Tätigkeit im Home Office sowie durch die Arbeitszeitreduktion sorgten in einzelnen Monaten für Rückgänge von mehr als 50 Prozent zu den Vorjahreswerten. Die Anzahl der arbeitsbedingten Verkehrsunfälle generell sank um fast 3.000, am meisten im April und November 2020.

(APA/Red)

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