Corona-Impfungen starten im Jänner 2021 in Österreich

Anschober präsentierte die Corona-Impfstrategie für Österreich.
Anschober präsentierte die Corona-Impfstrategie für Österreich. ©APA
Im Jänner 2021 soll in Österreich die Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie gestartet werden. Das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag in einer Pressekonferenz angekündigt

Demnach sollen die Impfungen in Alters- und Pflegeheimen bei Menschen über 65 und beim Personal beginnen. Höchste Priorität haben demnach auch Hochrisikogruppen mit definierten Vorerkrankungen sowie Pflege- und Gesundheitspersonal in Spitälern, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten.

Im Jänner sollen Corona-Impfungen starten

200 Millionen stehen für den Ankauf von 16,5 Millionen Dosen mehrerer Hersteller zur Verfügung, so Anschober. Der Gesundheitsminister will eine Durchimpfungsrate von deutlich über 50 Prozent erreichen. Ab dem zweiten Quartal 2021 soll auch die allgemeine Bevölkerung geimpft werden. Grundsätzlich sagte der Ressortchef, dass die Sicherheit an allererster Stelle stehe und nicht der Zeitfaktor.

Über weitere zwei Millionen Dosen laufen Verhandlungen auf EU-Ebene. Pro Person sind zwei Impfdosen im Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. Die ersten Impfstoffe werden von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca erwartet. Grundsätzlich steht laut Anschober die Sicherheit an allererster Stelle und nicht der Zeitfaktor.

Leichte Rückgänge bei Corona-Neuinfektionen am Dienstag

Anschober präsentierte wie immer auch die aktuellen Infektionszahlen zum Coronavirus: "Wir verzeichnen leichte Rückgänge", sagte der Gesundheitsminister. In den vergangenen 24 Stunden gab es demnach 4.377 Neuinfektionen bei 28.070 eingemeldeten PCR-Tests. Das liege "deutlich oder klar" unter den Werten an den vorhergehenden Dienstagen im November. 7.093 Menschen wurden in den vergangenen 24 Stunden als genesen gemeldet. Anschober sah die Entwicklung der Zahlen als Folge des Teillockdowns.

Schlechte Nachrichten kamen allerdings aus den Krankenhäusern. In den vergangenen 24 Stunden wurden 118 an oder mit Covid-19 gestorbene Patienten gemeldet. Auf den Intensivstationen lagen erstmals mehr als 700 Corona-Patienten auf Intensivstationen -. genau 704 und damit um 19 mehr als am Vortag. Allerdings verlangsame sich der Zuwachs auf den Intensivstationen, man liege jetzt bei sieben Prozent Zuwachsrate, war aber schon einmal bei 30, 33 Prozent.

Corona-Impfstrategie umfasst drei Phasen

Die Corona-Impfstrategie umfasst drei Phasen. Das sagte Clemens Martin Auer, Covid-Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die erste Phase umfasst den Jänner und Februar 2021, hier werde Impfstoff nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Auer schätzte, dass zunächst eine Million Dosen vorhanden sein können. Bei zwei notwendigen Teilimpfungen pro Person wären damit 500.000 Menschen zu immunisieren.

Erste Zielgruppe: Menschen über 65 vor allem in Alters- und Pflegeheimen und Personal

Als erste sollen im Jänner in Alters- und Pflegeheimen Bewohner über 65 Jahren sowie die Mitarbeiter geimpft werden. In der ersten Phase liegt der Focus ebenso auf Pflege- und Gesundheitspersonal in Krankenanstalten, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten sowie auf Hochrisikogruppen mit definierten Vorerkrankungen. "Im Idealfall kann im Jänner, Februar eine Million Dosen für den österreichischen Markt zur Verfügung stehen", sagte Clemens Martin Auer, Covid-Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium. Bei zwei notwendigen Teilimpfungen pro Person wären damit 500.000 Menschen zu immunisieren. Er betonte jedoch, dass "nicht alles von heute auf morgen anders werden" könne, "im Jänner wird nicht alles möglich sein".

In der zweiten Phase in März und April stehen zwei Millionen Impfstoffe für eine Million Menschen zur Verfügung. Damit sollen grundsätzlich Personen über 65 Jahre sowie solche mit Systemrisiko in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen, kritische Infrastruktur und zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens geimpft werden.

Im zweiten Quartal 2021 soll allgemeine Bevölkerung geimpft werden

Außerdem soll ab dem zweiten Quartal - also ab April - die allgemeine Bevölkerung geimpft werden. Da soll es Impfaktionen in großen Betrieben sowie Impfzentren und Impfstraßen in den Gemeinden geben. Hier könnte auch bereits ein Impfstoff zur Verfügung stehen, der nicht bei minus 80 Grad gelagert werden muss und somit auch bei den Hausärzten verabreicht werden kann. Die Leiterin der Impfabteilung, die auch Mitglied des Nationalen Impfgremiums ist, Maria Paulke-Korinek, sagte, dass noch unklar ist, ob geimpfte Personen andere nicht anstecken werden. Idealerweise soll diese durch eine Impfung natürlich verhindert werden.

Die Impfstoffe werden alle zentral von der EU beschafft. Mit fünf der sieben Impfstoffanbieter wurden bereits fixe Vorverkaufsverträge auf EU-Ebene abgeschlossen. Bei den Verhandlungen konnten die EU-Staaten gemeinsam eine Marktmacht entfalten, erläuterte Auer. Je mehr in Europa produziert werden könne, desto besser sei es für die Welt, sagte Auer - 70 Prozent aller Impfstoffe würden aus Europa kommen. Im Detail wird Astra Zeneca sechs Millionen Dosen nach Österreich liefern, Biontech/Pfizer 3,5 Millionen, Curevac drei Millionen, Johnson&Johnson 2,5 Millionen und Sanofi 1,5 Millionen.

Auer geht davon aus, dass in der EU alle sieben Hersteller, mit denen Vorverträge verhandelt wurden, auch eine Zulassung bekommen werden. Welche Impfstoffe dann wo verwendet werden, sei eine Frage der Praktikabilität, aber nicht der Qualität. "Qualitätsunterschiede wird es am Ende der Reise nicht geben", betonte Auer. Teilweise müssen Impfstoffe bei minus 80 Grad gekühlt werden, diese werden dann in großen Settings wie größeren Impfzentren eingesetzt werden. Impfstoffe können österreichweit an 23 Standorten des Pharmagroßhandels gelagert werden, Tiefkühllagerungen bei minus 80 Grad sind an acht Standorten möglich.

(APA/Red)

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