Corona-Impfstoff Sputnik V mit Wirksamkeit von 91,6 Prozent

Corona-Impfstoff Putnik V: Nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen.
Corona-Impfstoff Putnik V: Nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen. ©APA/AFP/ALEXANDER NEMENOV
Nach Kritik an fehlenden Studien haben russische Forscher weitere Details zu dem Corona-Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Demnach hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Die Ergebnisse wurden am Dienstag im medizinischen Fachblatt "The Lancet" publiziert. Russland strebt eine Registrierung in der EU an. In mehr als 15 Ländern wird der Impfstoff mittlerweile im Kampf gegen Corona eingesetzt.

Zwischen-Analyse der Testphase III von Sputnik V

Die Wissenschafter sprachen von "Zwischen-Analysen" der wichtigen Testphase III unter rund 20.000 Freiwilligen. Die Ergebnisse decken sich mit früheren Angaben. Eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 91,6 Prozent weniger Erkrankungen pro 100 Probanden auftraten als in der Kontrollgruppe. Damit hätte Sputnik V nahezu die gleiche Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer, und eine höhere als das Mittel von AstraZeneca.

Corona-Impfstoff Sputnik V: Wenige Fälle mit schwerwiegenden Nebenwirkungen

Es habe bei Sputnik V nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben, die die Forscher aber nicht auf das Vakzin zurückgeführt hätten, hieß es. Die meisten Freiwilligen hätten von "milden" Nebenwirkungen wie grippeähnlichen Symptomen und Schmerzen am Arm berichtet. Während der Studie habe es zudem vier Todesfälle gegeben, die den Wissenschaftern zufolge aber nicht im Zusammenhang mit der Impfung gestanden hätten. Ein Freiwilliger habe einen Schlaganfall erlitten.

Impfstoff soll an 40.000 Freiwilligen gestetet werden

Den russischen Forschern zufolge wurde Sputnik V auch an mehr als 2.000 Menschen über 60 Jahren getestet. In dieser Gruppe sei das Vakzin "ähnlich wirksam und gut verträglich gewesen", hieß es in der Studie. Sie sei aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt sollte der Corona-Impfstoff an 40.000 Freiwilligen getestet werden. Die Freigabe in Russland erfolgte vor gut einem halben Jahr.

Damals gab es international Kritik, weil die Erlaubnis für eine breite Anwendung in der Bevölkerung vorlag, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht begonnen hatten. Erste Details zu dem Wirkstoff hatten die Forscher Anfang September in "The Lancet" veröffentlicht. Mehrere internationale Wissenschafter kritisierten diese Studie.

Experten zu Sputnik V

Die Forscherin Polly Roy von der London School of Hygiene & Tropical Medicine sagte, es habe Kritik an Sputnik V wegen dessen schneller Entwicklung und mangelnder Transparenz gegeben. Das nun vorliegende Ergebnis sei hingegen eindeutig. Das wissenschaftliche Prinzip der Impfung sei aufgezeigt worden, sagte sie "The Lancet".

Denis Logunow vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau, das den Wirkstoff entwickelt hat, sagte: "Um die Covid-19-Pandemie zu stoppen, muss es verschiedene Impfstoffe geben, die auf unterschiedlichen Wirkmechanismen basieren." Sputnik V trage zur Diversifizierung der Impfstoffe bei.

Hofer: Impfstoff "Sputnik" als Chance für Österreich

Nachdem Studien dem russischen Impfstoff "Sputnik" eine hohe Wirksamkeit bescheint hätten, ist dieser für FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer "eine Chance für Österreich". "Nach dem Versagen der EU bei der Organisation der Impfstoffe und der Pleite in Österreich rund um AstraZeneca wäre es an der Zeit, Kontakt zu Russland aufzunehmen, so wie es Ungarn bereits erfolgreich getan hat", betonte er.

In 15 Ländern werde der russische Impfstoff bereits eingesetzt. Hofer: "Es gibt in Österreich viele Menschen, die sich impfen lassen wollen, derzeit aber von der schleppenden Lieferung der Impfstoffe daran gehindert werden." Österreich müsse daher alle Möglichkeiten ausnützen, um die Beschaffung zu beschleunigen.

(APA/Red)

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