Corona: FPÖ-Chef Kickl ortet Demo-Ausschreitungen nur auf linker Seite

FPÖ-Chef Herbert Kickl spricht von einem "Zerrbild".
FPÖ-Chef Herbert Kickl spricht von einem "Zerrbild". ©APA/HERBERT NEUBAUER (Symbolbild)
Demonstranten auf den Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen werden in den Augen von FPÖ-Chef Herbert Kickl medial falsch dargestellt.
FPÖ verteidigt Teilnahme an Corona-Demos

Szenen, die Angriffe auf Journalisten zeigen, seien ein "Zerrbild" und kein "Gesamtüberblick" der Stimmungen auf den Demonstrationen, sagte er im Interview mit PULS 4 und PULS 24 ("Milborn Spezial"), das am Mittwochabend ausgestrahlt wird. Ausschreitungen seien lediglich der linken Seite zuzurechnen, meinte er laut einer Vorab-Meldung des Senders.

Was Kickl stört

Es störe ihn, dass Medien die Geschehnisse falsch darstellen würden. "Dann brauchen Sie sich nicht wundern, dass Medien ein Vertrauensproblem bekommen und die Leute dann auch den Begriff der Lügenpresse verwenden", so Kickl. Ausschreitungen bei Demos würden "ausschließlich zu Lasten des schwarzen Blocks gehen" und seien "linken Anarchisten" und "Hooligans auf der linken Seite" zuzurechnen, die die "Drecksarbeit für die Regierung machen" und "offensichtlich für die Impfpflicht auftreten". "Wenn Sie in diesem Land Menschen suchen, die Freiheit und Verfassung gefährden, die eine Gefahr für die Allgemeinheit sind, dann müssen sie auf die Regierungsbank schauen".

Dass Corona-Leugner Martin Rutter und eine vom Verteidigungsministerium entlassene Beamtin, die Beamte zur Gehorsamsverweigerung aufrief, am Demo-Wagen der FPÖ auftraten, begründete Kickl mit einem "Ausdruck von Meinungsfreiheit". Er habe "nichts gehört, was in Richtung Corona-Leugnung geht".

Sobotka über FPÖ-Vorgehen

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) sagte dazu (ebenfalls auf PULS 4), das Vorgehen der FPÖ sei "absolut" politisch motiviert. So sei die FPÖ erst 2008 für eine verpflichtende Hepatitis-Impfung bei Kindern eingetreten. Dazu, dass Kickl der Regierung Schuld an einer Polarisierung der Gesellschaft gibt, sagte Sobotka: "Sie kennen den Herrn Kickl, der hat immer so eine Erklärung parat - ein Verschwörungstheoretiker und immer mit den Fingern auf die anderen zeigend."

"Der Herbert Kickl ist ein Stratege"

Es gehe darum, Argumente anzubieten, den Zweiflern etwa den Gang zu einem Vertrauensarzt zu empfehlen und nicht "Dr. Google" zu vertrauen "oder gar vielleicht den Herrschaften der FPÖ", denn diese würde nur aus politischem Kalkül so vorgehen wie sie es aktuell tut. "Der Herbert Kickl ist ein Stratege, der hat das jetzt gesehen, das könnte ein Feld für mich sein, daher bediene ich das." Das habe mit den Inhalten der FPÖ überhaupt nichts zu tun. Kickl versuche die Leute, die Sorgen haben, zu instrumentalisieren und auch den rechtsradikalen Rand zu bedienen. Man dürfe aber nicht den Fehler begehen, alle Menschen auf den Demonstrationen als Rechtsradikale zu bezeichnen. Denn dort würden sehr viele teilnehmen, die Sorgen haben, betonte er.

(APA/Red)

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