Corona als Dienstunfall: Über 5.000 Meldungen bei BVAEB

Die meisten Fälle betreffen Bedienstete in Spitälern und Pflegeheimen.
Die meisten Fälle betreffen Bedienstete in Spitälern und Pflegeheimen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) sind schon mehr als 5.000 Corona-Erkrankungen von Versicherten als Dienstunfall gemeldet worden.

Das Gros der Fälle betrifft Bedienstete in Spitälern und Pflegeheimen, aber auch Lehrer und Polizisten befinden sich darunter, teilte die Versicherung auf APA-Anfrage mit. Werden Ansprüche anerkannt, haben die Betroffenen Anspruch auf Entschädigung.

Gute Aussichten auf Entschädigung für medizinisches Personal

"Für eine Anerkennung als Dienstunfall kommt es jeweils auf die konkreten Umstände des Einzelfalls an", sagte Johannes Trauner von der Ombudsstelle in der schriftlichen Stellungnahme. Wenn etwa einem Covid-19-Patienten mit Mund-zu-Mund-Beatmung das Leben gerettet werde, bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Anrechnung, sollte eine Ansteckung bei einem Gespräch auf der Straße in Schutzausrüstung mit Abstand angeführt werden, sei die Chance eher gering.

Bei exponierten Bereichen bestehe eher die Chance auf Anerkennung, in anderen Bereichen komme es darauf an, ob eine entsprechende Exposition nachzuweisen sei, sagte Christine Krenauer von der Abteilung Unfallversicherung. Die Verfahren zur Feststellung des Sachverhalts seien sehr aufwendig, entsprechend seien noch nicht viele Anträge entschieden worden.

Auch Contact Tracing wird bei Prüfung miteinbezogen

Laut Trauner werde bei den Prüfungen in Zukunft wohl auch das Contact Tracing eine Rolle spielen, wenn damit Ansteckungswege nachvollzogen bzw. ausgeschlossen werden können. Entschädigungen im Fall einer Anerkennung reichen von der Rückerstattung der bezahlten Rezeptgebühren bis zu einer monatlichen Versehrtenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit entsprechend gemindert wurde. Bei Todesfällen könne Anspruch auf Witwen- bzw. Waisenrenten bestehen. Laut Krenauer hatten nach derzeitigem Wissensstand die meisten Erkrankten milde Verläufe. Welche langfristigen Belastungen auf die Versicherung durch Corona-Dienstunfälle zukommen, werde man erst sehen.

Darum geht es auch im bereits bekannten Fall eines in Kärnten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Polizisten. In seinem Fall besteht die Möglichkeit, dass er sich auf der Dienststelle angesteckt hat. Sein Fall wurde durch eine Unfallmeldung der Dienststelle zur Prüfung eingereicht.

(APA/Red)

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